Ramen Rezept: schnelles Asia-Ramen selber machen

Ramen selber machen: Ramen Suppe mit Ei, Miso Ramen und schnelle Ramen mit Garnelen
Ramen sind die japanische Nudelsuppe in der großen Schale: kräftige Brühe, federnde Nudeln, ein Ei mit cremigem Dotter und frische Frühlingszwiebeln obendrauf. Schon beim ersten Löffel duftet es nach Ingwer und geröstetem Sesam.
Viele glauben, für gute Ramen müsse man zwölf Stunden lang Knochen auskochen. Das stimmt nur für eine einzige Sorte. Mit unserem Grundrezept steht eure Ramen Suppe in gut einer Stunde auf dem Tisch, die Eier legt ihr am besten schon morgens ein. Und für hungrige Abende gibt es weiter unten die schnellen Ramen mit Garnelen aus der Pfanne, fertig in 20 Minuten.

Das erwartet euch in diesem Beitrag
- Was sind Ramen?
- Ramen Suppe Rezept: das Grundrezept mit Ei
- Welche Nudeln für Ramen?
- Shoyu, Miso, Shio und Tonkotsu
- Schnelle Ramen mit Garnelen aus der Pfanne
- Welche Gewürze passen zu Ramen?
- Häufige Fragen zu Ramen
Was sind Ramen?
Ramen sind eine japanische Nudelsuppe aus Weizennudeln, Brühe, einer Würzbasis und vielen Toppings. Die Würzbasis heißt Tare. Sie kommt zuerst in die Schale, dann gießt ihr die heiße Brühe darauf. So schmeckt jede Schale gleich kräftig.
Die Nudeln kamen ursprünglich aus China. In Japan wurden sie im 20. Jahrhundert zum Alltagsessen, und heute hat dort fast jede Region ihre eigene Ramen. Die Instant-Nudeln aus der Tüte sind die schnelle Verwandtschaft, aber nicht dasselbe. Wie ihr sie trotzdem richtig gut hinbekommt, steht weiter unten.
Ramen Suppe Rezept: das Grundrezept mit Ei
Zubereitung 25 Minuten, Kochzeit 40 Minuten, dazu mindestens 4 Stunden Zeit für die Eier. Das Rezept ist eine Shoyu Ramen, also mit Sojasauce gewürzt. Sie ist die bekannteste Sorte, ein einfaches Ramen Rezept, das auch beim ersten Mal gelingt.
Zutaten für 4 Schalen
- 1,5l Hühnerbrühe, selbst gekocht oder aus dem Glas
- 4 cm frischer Ingwer in Scheiben (oder ½ TL gemahlener Ingwer)
- 4 Knoblauchzehen, angedrückt (oder 1 TL Knoblauchgranulat)
- 1 Bund Frühlingszwiebeln
- 4 getrocknete Shiitake-Pilze
- optional 1 Stück Kombu, etwa 10 cm (getrockneter Seetang aus dem Asialaden)
- 5 EL helle Sojasauce oder 3 EL Shoyu Pulver, in 60ml kaltem Wasser verrührt
- 2 EL Mirin (süßer japanischer Reiswein zum Kochen, ersatzweise 1 TL Zucker)
- 1 TL geröstetes Sesamöl
- 4 Eier (Größe M)
- für die Eier-Marinade: 4 EL Sojasauce, 2 EL Mirin, 100ml Wasser
- 400g frische Ramen-Nudeln oder 300g getrocknete
- 300g Hähnchenbrust
- 2 kleine Pak Choi (milder asiatischer Kohl) oder 2 Handvoll Blattspinat
- 4 EL Mais
- 1 Blatt Nori (getrocknetes Algenblatt, wie beim Sushi), in Streifen
- 2 EL geröstete Sesamsaat
- Chiliflocken nach Geschmack
- Salz und schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Die Eier am Morgen oder am Vortag vorbereiten: Eier direkt aus dem Kühlschrank in kochendes Wasser legen und genau 6½ Minuten kochen. Sofort in Eiswasser abschrecken und schälen.
- Sojasauce, Mirin und Wasser für die Marinade verrühren. Die Eier darin mindestens 4 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Dann ist das Eiweiß bernsteinfarben und der Dotter cremig. In Japan heißen diese Eier Ajitama.
- Frühlingszwiebeln putzen. Das Weiße grob schneiden, das Grüne in feine Ringe für später.
- Brühe mit Ingwer, Knoblauch, dem Weißen der Frühlingszwiebeln, Shiitake und Kombu langsam erhitzen. Den Kombu herausnehmen, kurz bevor die Brühe kocht, sonst wird sie schleimig und bitter.
- Die Brühe 30 Minuten leise köcheln lassen und dann durch ein Sieb gießen. Die Shiitake in Scheiben schneiden und als Topping aufheben.
- Für die Tare Sojasauce, Mirin und Sesamöl verrühren.
- Hähnchenbrust salzen und pfeffern und in einer Pfanne mit etwas Öl bei mittlerer Hitze etwa 6 Minuten je Seite braten, bis sie innen nicht mehr rosa ist: mindestens 72 °C im Kern. Ohne Thermometer das dickste Stück anschneiden, das Fleisch muss durchgehend weiß sein, der Saft klar. 5 Minuten ruhen lassen und in Scheiben schneiden.
- Pak Choi halbieren und 2 Minuten in der heißen Brühe ziehen lassen.
- Die Nudeln in einem eigenen Topf mit viel Wasser nach Packung kochen, frische meist nur 1–2 Minuten. Gut abtropfen lassen. In der Brühe gekocht würden sie die Suppe trüb und stärkig machen.
- Schalen mit heißem Wasser vorwärmen. In jede Schale knapp 2 EL Tare geben, mit 350ml kochend heißer Brühe aufgießen, umrühren und abschmecken. Dann die Nudeln hineinlegen.
- Halbiertes Ei, Hähnchen, Pak Choi, Shiitake, Mais und Nori daraufsetzen. Mit Frühlingszwiebelgrün, Sesam und Chiliflocken bestreuen und sofort servieren, solange die Nudeln Biss haben.
TIPP: Keine Zeit zum Marinieren? Dann die Eier 6½ Minuten kochen, halbieren und mit ein paar Tropfen Sojasauce beträufeln. Nicht ganz so bernsteinfarben, aber genauso gut.
Nährwerte je Schale (ca.)
| Nährwert | Menge |
|---|---|
| Kalorien | 634 kcal |
| Eiweiß | 42g |
| Kohlenhydrate | 81g |
| davon Zucker | 7g |
| Fett | 13g |
| davon gesättigte Fettsäuren | 3g |
| Ballaststoffe | 4g |
| Salz | je nach Brühe und Sojasauce, etwa 6g |
Berechnet aus den Zutaten des Grundrezepts für 4 Schalen, ohne Eier-Marinade. Je nach Brühe, Nudeln und Toppings leicht abweichend.
Welche Nudeln für Ramen?
Am besten nehmt ihr frische Ramen-Nudeln aus dem Kühlregal im Asialaden. Sie werden aus Weizenmehl und einem basischen Wasser gemacht, das in Japan Kansui heißt. Das macht sie gelblich, elastisch und bissfest, auch in heißer Brühe.
Getrocknete Ramen-Nudeln sind die zweitbeste Wahl. Mie-Nudeln aus dem Supermarkt sind ein guter Ersatz, denn auch sie sind aus Weizen und Ei. Rechnet pro Person etwa 100g frische oder 75g getrocknete Nudeln.
Nur Spaghetti im Haus? Gebt 1 EL Natron auf 2 Liter Kochwasser. Das Wasser wird dadurch basisch, und die Spaghetti werden gelblicher und federnder, fast wie Ramen-Nudeln. Nehmt einen großen Topf, denn das Wasser schäumt kräftig auf.
Ramen Miso, Shoyu, Shio und Tonkotsu: die vier Sorten
Die Sorte einer Ramen richtet sich nach ihrer Würze. Brühe, Nudeln und Toppings bleiben fast gleich, deshalb könnt ihr mit dem Grundrezept alle vier ausprobieren.
| Sorte | Würze | Geschmack |
|---|---|---|
| Shoyu | Sojasauce | kräftig, würzig, klare Brühe |
| Miso | Misopaste | cremig, nussig, herzhaft |
| Shio | Salz | leicht und fein, ganz klare Brühe |
| Tonkotsu | Brühe aus Schweineknochen | milchig trüb und sehr gehaltvoll |
Miso Ramen
Misopaste ist eine fermentierte Paste aus Sojabohnen, salzig und tief im Geschmack. Für 4 Schalen ersetzt ihr die Tare durch 4 EL helle Misopaste, 1 EL Sojasauce und 1 TL Sesamöl. Rührt die Paste mit einer Kelle heißer Brühe glatt und verteilt sie erst dann auf die Schalen. Kochen sollte Miso nie, sonst verliert es sein feines Aroma.
Im Norden Japans kommen auf Miso Ramen gern Mais und ein Stück Butter, das in der heißen Brühe langsam schmilzt. Probiert es aus, es schmeckt wie ein Wintermantel von innen.
Vegetarische Ramen
Für vegetarische Ramen kocht ihr die Brühe mit 1,5l Gemüsebrühe statt Hühnerbrühe. Shiitake und Kombu sind dann besonders wichtig, denn sie bringen die herzhafte Tiefe. Statt Hähnchen bratet ihr gewürfelten Tofu in etwas Öl knusprig. Ohne Ei und mit eifreien Nudeln (Packung prüfen, Mie-Nudeln enthalten meist Ei) sind die Ramen sogar vegan.
Tonkotsu Ramen
Tonkotsu ist das Wochenendprojekt unter den Ramen. Die Brühe aus Schweineknochen kocht 10 bis 12 Stunden sprudelnd, bis sie milchig weiß wird. Für den Anfang empfehlen wir Shoyu oder Miso und sparen uns Tonkotsu für einen langen Regensonntag auf.

Ramen-Gericht im Asia Style für die gesamte Familie: schnelle Ramen mit Garnelen
Wenn der Feierabend kurz ist und alle gleichzeitig Hunger haben, ist diese Variante die richtige. Hier landen die Nudeln ohne Brühe in der Pfanne, zusammen mit Garnelen, Gemüse und kräftiger Würze. Genau genommen sind das gebratene Asia-Nudeln wie vom Imbiss, und sie stehen in 20 Minuten auf dem Tisch. Statt Garnelen könnt ihr auch Hähnchen oder Tofu nehmen.
Zutaten für 2 Portionen
- 180g Mie-Nudeln
- 200g Garnelen (TK)
- 5g Knoblauchpulver (gut 1 TL)
- 5g Kräutersalz (1 TL)
- 1 TL Olivenöl und 1 EL Öl zum Braten
- 500g gefrorenes Asia-Gemüse
- 1 EL Sojasauce (15g)
- 1 TL 5 Gewürze Pulver
- optional 1 TL Avocado Topping
- Salz und Pfeffer
- 2 Frühlingszwiebeln und 1 TL geröstete Sesamsaat zum Bestreuen
Zubereitung
- Die Garnelen auftauen, am schnellsten in einem Sieb unter kaltem Wasser. Knoblauchpulver, Kräutersalz und Olivenöl verrühren und die Garnelen darin 15–30 Minuten marinieren.
- Die Mie-Nudeln in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen, sodass alles gut bedeckt ist. 3–4 Minuten ziehen lassen und abgießen. Eine Tasse Nudelwasser auffangen.
- Das Öl in einer großen Pfanne oder im Wok stark erhitzen. Die Garnelen darin 2 Minuten braten, bis sie rosa sind, und herausnehmen. So bleiben sie saftig.
- Das gefrorene Gemüse in die Pfanne geben und 5–6 Minuten braten, bis das Wasser verdampft ist.
- Nudeln, Garnelen und 2–3 EL Nudelwasser dazugeben und alles kräftig schwenken.
- Mit Sojasauce, 5 Gewürze Pulver, Avocado Topping, Salz und Pfeffer abschmecken. Das 5 Gewürze Pulver ist kräftig, gebt es lieber erst sparsam dazu. Mit Frühlingszwiebelringen und Sesam bestreuen.
Instant-Ramen aufpeppen
Auch die Tütensuppe wird mit ein paar Handgriffen zu einer richtigen Mahlzeit. Kocht die Nudeln in 400ml Wasser und nehmt nur die Hälfte des Würzpulvers. Dazu kommen ein paar Scheiben frischer Ingwer, eine Handvoll Spinat und ein Ei, das ihr in der letzten Minute direkt in die Suppe gleiten lasst. Mit Frühlingszwiebeln, Sesam und einer Prise Chili bestreut, muss niemand erfahren, dass der Anfang aus der Tüte kam.
Welche Gewürze passen zu Ramen?
Zu Ramen passen Ingwer, Knoblauch, Sesam und Chili, dazu salzige Würze aus Sojasauce oder Miso. Diese Würze bringt Umami in die Schale, den fünften Grundgeschmack: herzhaft und rund wie eine kräftige Brühe.
- Ingwer: fruchtig-scharf und warm. Frisch in Scheiben gibt er der Brühe Frische, gemahlen reicht ein halber Teelöffel.
- Knoblauch: würzig-süß mit runder Tiefe. In der Brühe wird er mild, in der Pfanne schnell bitter, also nicht zu heiß braten.
- Sesam: geröstete Sesamsaat schmeckt nussig und leicht herb. Ein Teelöffel je Schale bringt Biss.
- Chili: Chiliflocken sind fruchtig-scharf. Mildere Wärme mit sanftem Rauch bringt Gochugaru, das koreanische Chilipulver. Für ein schnelles Chiliöl übergießt ihr 2 EL Gochugaru mit 4 EL heißem, aber nicht rauchendem Öl.
- Shoyu Pulver: Sojasauce in trockener Form. Ideal, wenn ihr die Tare ohne Flasche anrühren oder das Hähnchen vor dem Braten würzen wollt.
- 5 Gewürze Pulver: warm, leicht süßlich und anisbetont. Es gehört eher in die chinesische Küche und passt deshalb besser in die Pfannen-Ramen als in die klare Brühe.
Häufige Fragen zu Ramen
Wie isst man Ramen richtig?
Ramen isst man mit Stäbchen für die Nudeln und einem Löffel für die Brühe. Schlürfen ist in Japan ausdrücklich erlaubt, denn es kühlt die heißen Nudeln. Eure Tischnachbarn wissen jetzt also Bescheid.
Kann man Ramen-Brühe vorbereiten und einfrieren?
Ja, die Brühe hält im Kühlschrank 3 Tage und eingefroren etwa 3 Monate. Friert sie ohne Tare und ohne Nudeln ein. Die Nudeln kocht ihr immer frisch, sonst werden sie weich.
Was ist der Unterschied zwischen Ramen und Pho?
Ramen kommen aus Japan und haben Weizennudeln, Pho kommt aus Vietnam und hat Reisbandnudeln. Die Brühe der Pho ist meist eine Rinderbrühe mit Sternanis und Zimt, dazu kommen frische Kräuter und Limette.
Kann man gefrorene Garnelen ohne Auftauen braten?
Ja, das geht. Bratet sie dann 1–2 Minuten länger und lasst das austretende Wasser erst verdampfen, bevor ihr würzt. Eine Marinade haftet an gefrorenen Garnelen allerdings kaum, deshalb lohnt sich das kurze Auftauen.
Wie koche ich Mie-Nudeln?
Mie-Nudeln müssen nicht kochen. Übergießt sie mit kochendem Wasser und lasst sie 3–4 Minuten ziehen, dann sind sie fertig für Pfanne oder Suppe.
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Wenn der Dampf aus der Schale steigt und das Ei beim Anschneiden seinen cremigen Dotter zeigt, habt ihr eure ersten eigenen Ramen geschafft. Kocht morgen früh schon mal die Eier, dann bleiben für den Abend nur noch Brühe, Nudeln und eine sehr zufriedene Stille am Tisch.
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Zubereitungszeit: 00 H 45 M
Portionsanzahl: 4 Portionen






