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Krustenbraten Rezept: knusprige Kruste aus dem Backofen

Krustenbraten aus dem Backofen: Schweinekrustenbraten mit knuspriger Schwarte, Kerntemperatur und dunkler Biersoße

Krustenbraten ist der Braten, bei dem alle zuerst auf die Schwarte schauen. In den letzten Minuten im Ofen wirft sie Blasen, knistert wie ein Kaminfeuer und wird goldbraun und luftig. Am Tisch hört man beim Aufschneiden jedes Stück einzeln, und darunter wartet saftiges Fleisch in dunkler Soße.

Die meisten kennen aber auch den anderen Krustenbraten: Das Fleisch ist gut, und die Schwarte ist zäh wie Leder. Das liegt fast nie am Fleisch, sondern an Feuchtigkeit und an der Hitze in den letzten 20 Minuten. Hier findest du drei sichere Wege zur Kruste, die Kerntemperatur für jedes Stück und eine Soße, die sich wie von selbst im Bräter macht.

Auf einen Blick: für 4 bis 5 Personen, 25 Minuten Arbeit, etwa 2½ Stunden im Ofen, Kerntemperatur 75–80 °C, zum Schluss 15–20 Minuten bei 220–230 °C mit Grill.

Krustenbraten mit rautenförmig eingeschnittener, goldbrauner Schwarte angeschnitten auf dem Holzbrett

Was dich in diesem Beitrag erwartet

Krustenbraten Rezept aus dem Backofen

Für den klassischen Krustenbraten nimmst du Schweineschulter mit Schwarte. Die Schwarte ist die Haut des Schweins mit der Fettschicht darunter, aus ihr wird die Kruste. Bauch geht genauso, dann wird die Kruste noch üppiger.

Zutaten für 4–5 Personen

  • 1,5kg Schweineschulter mit Schwarte, ohne Knochen
  • 2 TL Salz für das Fleisch, 1 EL grobes Salz für die Schwarte
  • 1 TL ganzer Kümmel, grob zerstoßen
  • 1 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 1 TL Majoran
  • ½ TL Knoblauchgranulat
  • ½ TL gemahlener Senf (Senfmehl) oder 1 TL mittelscharfer Senf
  • 2 Zwiebeln, 1 Karotte, 1 Stück Knollensellerie
  • 2 Lorbeerblätter, 4 Wacholderbeeren, leicht angedrückt
  • 400ml Fleisch- oder Gemüsebrühe
  • 1–2 TL Speisestärke für die Soße

Zubereitung

  1. Den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Kümmel, Pfeffer, Majoran, Knoblauch, Senf und 2 TL Salz mischen.
  2. Nur die Fleischseiten mit der Mischung einreiben. Auf die Schwarte kommt jetzt nichts, Gewürze würden dort später verbrennen.
  3. Den Braten mit der Schwarte nach unten in einen Bräter legen, also einen hohen Bratentopf, oder in eine tiefe Auflaufform. 2 cm hoch kochendes Wasser angießen und 25–30 Minuten in den Ofen schieben. Die Schwarte wird dabei weich und lässt sich leicht schneiden.
  4. Den Braten herausnehmen, umdrehen und das Wasser abgießen. Die Schwarte im Abstand von 1 cm rautenförmig einschneiden, nur bis ins Fett und nie ins Fleisch. Am besten geht das mit einem sehr scharfen, kleinen Messer oder einem neuen Cuttermesser. Das grobe Salz in die Schnitte reiben.
  5. Zwiebeln, Karotte und Sellerie grob würfeln und mit Lorbeer und Wacholder um den Braten legen. Die Brühe angießen, die Schwarte bleibt darüber trocken. Den Ofen auf 160 °C herunterschalten.
  6. Den Braten etwa 1¾ bis 2 Stunden garen, bis innen 75–80 °C erreicht sind. Ist der Boden trocken, etwas Brühe oder Wasser nachgießen, immer nur an den Rand.
  7. Für die Kruste 1 TL Salz in 3 EL Wasser auflösen und die Schwarte damit bepinseln. Den Ofen auf 220–230 °C mit Grill oder Oberhitze stellen und den Braten 15–20 Minuten weitergaren, bis die Schwarte überall aufpoppt. Bleib in der Nähe, am Ende geht es schnell.
  8. Den Braten herausnehmen und 10 Minuten offen ruhen lassen. Unter Alufolie würde die Kruste im eigenen Dampf wieder weich.

Die Soße aus dem Bräter

Gieß Bratensaft und Gemüse durch ein Sieb in einen Topf und drück das Gemüse gut aus. Das Fett, das oben schwimmt, schöpfst du mit einem Löffel ab. Rühr die Stärke mit 2 EL kaltem Wasser glatt, gib sie in die kochende Soße und lass sie 1 Minute köcheln. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, fertig. Wer mehr Soße möchte, findet bei der klassischen Bratensauce das Grundrezept mit Fond.

TIPP: Schneide den Krustenbraten mit einem Brotmesser und leg ihn dafür auf die Seite. Der Wellenschliff sägt sich durch die Kruste, ohne das Fleisch zu quetschen. Und wer schneidet, darf das erste Eckstück probieren. So steht es in keinem Kochbuch, wird aber in jeder Küche so gemacht.

Nährwerte pro Portion (ca.)

Nährwert Menge
Kalorien 623 kcal
Eiweiß 62g
Kohlenhydrate 5g
davon Zucker 2g
Fett 40g
davon gesättigte Fettsäuren 13g
Ballaststoffe 1g
Salz je nach Würzen

Berechnet aus den Zutaten des Grundrezepts für 5 Personen mit Soße, ohne Beilagen. Je nach Fleischstück und Fettanteil leicht abweichend.

Schweineschulter mit eingeschnittener Schwarte im Bräter mit Gemüse und Wacholder

Kerntemperatur Schweinekrustenbraten: Tabelle und Garzeit

Ein Krustenbraten aus Schulter ist bei 75–80 °C Kerntemperatur fertig, ein Krustenbraten vom Bauch bei 80–85 °C. Dann ist das Bindegewebe weich, und das Fleisch bleibt saftig. Die Kerntemperatur misst du mit einem Bratenthermometer, einem Metallfühler, den du in die dickste Stelle des Fleisches steckst.

Stück mit Schwarte Kerntemperatur Zeit bei 160 °C (ca.)
Schulter 1,5kg 75–80 °C 1¾–2 Stunden + Kruste
Schulter 2kg 75–80 °C 2–2½ Stunden + Kruste
Bauch 1,5kg 80–85 °C etwa 2 Stunden + Kruste
Keule (Nuss oder Oberschale) 1,5kg 70–72 °C 1½ Stunden + Kruste

Die Zeiten zählen ab dem Moment, in dem der Ofen auf 160 °C steht, also nach dem Wasserbad. Pro Kilo kannst du grob mit gut einer Stunde rechnen. Ohne Thermometer hilft die Gabelprobe: Gleitet eine Fleischgabel an der dicksten Stelle leicht hinein und tritt klarer Saft aus, ist der Braten fertig.

3 Wege zur knusprigen Kruste

Eine Kruste wird knusprig, wenn die Schwarte trocken ist und am Ende große Hitze bekommt. Wie du sie vorher weich und trocken bekommst, ist Familiensache. Diese drei Wege funktionieren alle, du kannst sie auch kombinieren.

1. Wasserbad am Anfang (wie im Rezept)

Die Schwarte liegt die erste halbe Stunde im heißen Wasser. Sie quillt auf, lässt sich danach mühelos einschneiden und poppt am Ende gleichmäßig auf. Das ist der sicherste Weg für den ersten Krustenbraten.

2. Über Nacht mit Salz trocknen

Lass die Schwarte beim Metzger einschneiden. Am Vorabend reibst du 1 EL grobes Salz in die Schnitte und stellst den Braten offen, also ohne Folie, in den Kühlschrank. Das Salz zieht über Nacht Wasser aus der Schwarte. Am nächsten Tag tupfst du sie trocken und brätst ohne Wasserbad direkt bei 160 °C. Diese Kruste wird besonders fein und splittrig.

3. Salzwasser und Grill am Schluss

Egal, welchen Weg du nimmst: Bestreich die Schwarte vor den letzten 20 Minuten mit Salzwasser und gib ihr volle Oberhitze. Das Salz hilft beim Aufpoppen. Bleibt eine Stelle ledrig, schneidest du die Kruste ab und legst sie allein für ein paar Minuten unter den Grill.

Warum wird die Kruste nicht knusprig?

  • Die Schwarte war nass: Soße oder Bier ist darübergelaufen. Gieß immer nur an den Rand.
  • Die Schnitte gingen ins Fleisch: Dann tritt Saft aus und weicht die Kruste von unten auf.
  • Die Hitze am Ende fehlte: Ohne 220 °C und mehr poppt keine Schwarte auf.
  • Der Braten wurde zugedeckt: Ein Krustenbraten gart immer offen, auch beim Ruhen.

Welches Fleisch für Krustenbraten?

Für Krustenbraten nimmst du Schulter oder Bauch mit Schwarte. Beide sind von Fett durchzogen und bleiben in 2 Stunden Ofen saftig. Bestell das Stück am besten ein paar Tage vorher beim Metzger, Fleisch mit Schwarte liegt nicht überall in der Theke.

  • Schulter: der Klassiker, saftig und kräftig im Geschmack. Mit Knochen heißt sie in Franken Schäufele.
  • Bauch: flacher, mit mehr Fett und mehr Kruste. Für alle, die eigentlich nur wegen der Kruste kommen.
  • Keule: als Nuss oder Oberschale mit Schwarte, sehr mager. Hier lieber bei 70–72 °C herausnehmen.

Rechne 300g rohes Fleisch mit Schwarte pro Person. Beim Braten verliert es etwa ein Viertel seines Gewichts.

Bayerischer Krustenbraten mit Dunkelbier

In Bayern kommt der Krustenbraten mit Dunkelbier in den Ofen. Das Bier macht die Soße dunkel, malzig und leicht bitter, genau richtig zum fetten Fleisch. Du bereitest den Braten wie im Grundrezept zu und tauschst nur zwei Dinge.

  • Statt 400ml Brühe nimmst du 250ml Brühe und 250ml dunkles Bier, nach und nach an den Rand gegossen.
  • Den Kümmel erhöhst du auf 2 TL. Er gehört in Bayern zum Krustenbraten wie das Bier.

Für Kinder und alle, die keinen Alkohol möchten, nimmst du alkoholfreies Dunkelbier oder einfach Brühe. Die Soße wird dann etwas milder. Kümmel schmeckt warm-würzig und leicht anisartig und bringt Frische an das kräftige Fleisch. Majoran bringt die kräuterige Tiefe der deftigen Küche.

Welche Gewürze passen zum Krustenbraten?

Zum Krustenbraten passen Kümmel, Majoran, Knoblauch und Pfeffer, dazu Lorbeer und Wacholder für die Soße. Diese Gewürze vertragen die lange Garzeit und geben ihr Aroma langsam ab.

  • Kümmel: ganz und leicht zerstoßen, so hält er die 2 Stunden durch. Gemahlen schmeckt er schneller und kräftiger.
  • Majoran: warm, kräftig und leicht herb. Eine Prise davon kommt am Ende auch in die Soße.
  • Knoblauch: als Granulat verteilt er sich gleichmäßig und brennt nicht so schnell an wie frische Stücke.
  • Senf: gemahlene Senfsaat in der Würzmischung gibt eine feine Schärfe, die man kaum herausschmeckt, aber vermissen würde.
  • Paprika edelsüß: 1 TL auf den Fleischseiten macht den Bratensaft goldbraun.
  • Lorbeer und Wacholder: harzig-würzig und warm, sie geben der Soße Tiefe.

Was isst man zum Krustenbraten?

Zum Krustenbraten gehören Knödel, Kraut und viel Soße. In Bayern kommen Kartoffelknödel und warmer Krautsalat auf den Tisch, im Norden eher Rotkohl und Salzkartoffeln.

Schweinebraten mit Knödeln, Krautsalat und Rotkohl auf dem Tisch

Häufige Fragen zum Krustenbraten

Kann man Krustenbraten am Vortag zubereiten?

Ja, aber die Kruste machst du erst am Festtag. Gar den Braten am Vortag bis zur Kerntemperatur und lass ihn abkühlen. Am nächsten Tag erwärmst du ihn mit etwas Soße im Bräter bei 160 °C etwa 45–60 Minuten, bis er innen wieder gut heiß ist. Dann bekommt er die 15–20 Minuten Grill für die Kruste.

Krustenbraten mit oder ohne Deckel?

Ohne Deckel. Unter einem Deckel entsteht Dampf, und die Schwarte bleibt weich.

Krustenbraten im Bratschlauch: Wird die Kruste knusprig?

Im geschlossenen Bratschlauch nicht, denn darin gart der Braten im Dampf. Schneide den Schlauch nach 1½ Stunden oben auf, zieh ihn zur Seite und gib der Schwarte die letzten 20 Minuten offen bei 220–230 °C mit Grill.

Krustenbraten im Dutch Oven?

Ja, das klappt gut. Ein Dutch Oven ist ein schwerer gusseiserner Topf mit Deckel, im Ofen oder auf dem Grill. Gar den Braten darin wie im Rezept, aber ohne Deckel, und zieh ihn für die Kruste möglichst nah unter den Grill.

Umluft oder Ober- und Unterhitze?

Ober- und Unterhitze ist die sichere Wahl. Mit Umluft stellst du den Ofen 20 Grad niedriger, also auf 140 °C statt 160 °C. Für die Kruste am Ende ist der Grill besser als Umluft.

Kann man Krustenbraten kalt essen und einfrieren?

Kalt in dünnen Scheiben ist Krustenbraten ein feiner Aufschnitt auf Bauernbrot mit Senf und Gewürzgurke. Ohne Kruste kannst du ihn in Soße etwa 3 Monate einfrieren. Die Kruste wird beim Auftauen weich, sie schmeckt am besten frisch.

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Wenn die Schwarte im Ofen knistert und die Küche nach Kümmel und Röstzwiebeln riecht, kommen die anderen von ganz allein. Bestell dir für das Wochenende 1,5kg Schulter mit Schwarte beim Metzger. Am Sonntag um elf schiebst du den Braten in den Ofen, und um zwei steht er auf dem Tisch.

Zubereitungszeit: 00 H 25 M

Portionsanzahl: 4-5 Portionen

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