Vegane Plätzchen: 6 einfache Rezepte für Weihnachten
Vegane Plätzchen backen: Ausstechplätzchen, Vanillekipferl, Zimtsterne mit Aquafaba und schnelle Haferflocken-Plätzchen
Vegane Plätzchen schmecken genau so, wie Plätzchen im Advent schmecken sollen: mürbe, nach Vanille und Zimt, mit Puderzucker an den Fingern. Auf dem Teller merkt niemand einen Unterschied. Meist fällt es erst auf, wenn jemand nach dem Rezept fragt.
Vielleicht backst du für eine Freundin, die vegan lebt, für Gäste, die keine Milchprodukte essen, oder einfach, weil keine Eier mehr im Kühlschrank sind. Butter und Ei lassen sich in Plätzchen leichter ersetzen als in fast jedem anderen Gebäck. Hier findest du sechs vegane Plätzchen Rezepte mit genauen Mengen, vom einfachen Ausstechteig bis zu Zimtsternen. Ein Ausstecher ist praktisch, aber für jedes Rezept gibt es einen Weg mit Glas oder Messer.

Das erwartet dich in diesem Beitrag
- Was ersetzt Butter und Ei in veganen Plätzchen?
- 6 vegane Plätzchen Rezepte
- Gewürze für vegane Weihnachtsplätzchen
- Warum zerläuft oder bröselt veganer Teig?
- Vegane Plätzchen glutenfrei
- Häufige Fragen
Was ersetzt Butter und Ei in veganen Plätzchen?
Butter ersetzt du am besten durch vegane Butter oder Pflanzenmargarine im Block aus dem Kühlregal. Sie ist so fest wie Butter und verhält sich im Teig fast genauso. Streichfett aus dem Becher enthält mehr Wasser, deshalb wird der Teig damit weich und die Plätzchen laufen auseinander.
Das Ei brauchst du in den meisten Plätzchen gar nicht. Mürbeteig hält auch ohne Ei zusammen, wenn du einen Löffel Pflanzendrink zugibst. Für Makronen und Zimtsterne gibt es Aquafaba. So heißt das Kochwasser aus einer Dose Kichererbsen, das sich wie Eiweiß zu festem Schnee schlagen lässt. Nach Kichererbsen schmeckt es im fertigen Gebäck nicht.
| statt | nimm | gut für |
|---|---|---|
| 200g Butter | 200g vegane Butter oder Margarine im Block | Mürbeteig, Kipferl, Ausstechplätzchen |
| 1 Ei im Teig | 2–3 EL Pflanzendrink oder 3 EL Apfelmus | Mürbeteig, Haferflocken-Plätzchen |
| 1 Ei zum Binden | 1 EL gemahlene Leinsamen + 3 EL Wasser, 10 Min. quellen lassen | Haferflocken- und Nussplätzchen |
| 2 Eiweiß (Schnee) | 60ml Aquafaba | Zimtsterne, Makronen, Baiser |
| Eigelb zum Bestreichen | Pflanzendrink mit 1 TL Sirup verrührt | Glanz auf Ausstechplätzchen |
| Honig | Ahornsirup oder Agavendicksaft | Lebkuchen, Haferflocken-Plätzchen |
6 vegane Plätzchen Rezepte
Alle Rezepte backst du bei Ober- und Unterhitze. Mit Umluft stellst du 20 Grad weniger ein. Plätzchen sind fertig, wenn die Ränder leicht golden sind. Auf dem Blech sind sie noch weich und werden beim Abkühlen fest.
1. Vegane Ausstechplätzchen: der Grundteig
Dieser vegane Mürbeteig ist dein Allrounder für Sterne, Herzen und Tannenbäume. Für etwa 50 Plätzchen.
- 300g Weizenmehl (Type 405)
- 200g kalte vegane Butter oder Margarine im Block
- 100g Puderzucker
- 1 EL Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 1–2 EL Haferdrink oder ein anderer Pflanzendrink, nur bei Bedarf
- Mehl, Puderzucker, Vanillezucker und Salz mischen. Die kalte Butter in Flöckchen dazugeben.
- Mit den Händen schnell zu einem glatten Teig kneten. Bröselt er, löffelweise Pflanzendrink zugeben.
- Den Teig flach drücken, in Folie wickeln und 1 Stunde kühlen.
- Ofen auf 180 °C vorheizen. Teig zwischen zwei Lagen Backpapier 3–4 mm dünn ausrollen.
- Plätzchen ausstechen und auf ein Blech mit Backpapier legen. Ohne Ausstecher nimmst du ein Glas oder schneidest mit dem Messer Rauten.
- 8–10 Minuten backen, bis die Ränder hell golden sind. Auf dem Blech abkühlen lassen.
Für Zuckerguss rührst du 150g Puderzucker mit 2–3 EL Zitronensaft glatt. Er ist von sich aus vegan.
Gewürz-Varianten: 2 TL Spekulatiusgewürz machen aus dem Teig würzige Spekulatius-Plätzchen. Mit 1½ TL Lebkuchengewürz und 1 EL Kakao schmecken sie wie kleine Lebkuchen. 1 TL gemahlene Orangenschale gibt eine frische Note.

2. Vegane Vanillekipferl
Vanillekipferl brauchen kein Ei, deshalb sind sie vegan fast wie das Original. Gemahlene Mandeln machen sie zart, das Wälzen in Vanillezucker macht sie zum Lieblingskeks. Für etwa 50 Kipferl.
- 250g Mehl
- 100g gemahlene Mandeln
- 80g Zucker
- 200g kalte vegane Butter
- 1 Prise Salz
- ½ TL Vanillepulver oder das Mark einer Vanilleschote
- zum Wälzen: 50g Puderzucker mit 2 EL Vanillezucker gemischt
- Alle Teigzutaten rasch verkneten und 30 Minuten kühlen.
- Ofen auf 175 °C vorheizen. Den Teig zu fingerdicken Rollen formen und in 5 cm lange Stücke schneiden.
- Die Stücke zu Hörnchen biegen, die Enden etwas dünner rollen.
- 10–12 Minuten backen. Die Spitzen dürfen nur leicht Farbe bekommen.
- 2 Minuten abkühlen lassen und noch warm im Vanille-Puderzucker wälzen. Ganz heiß zerbrechen sie, kalt hält der Zucker nicht.
Wenn du die Kipferl lieber klassisch mit Butter backst: Das Vanillekipferl Rezept nach Omas Art hat alle Tricks.

3. Vegane Zimtsterne mit Aquafaba
Zimtsterne brauchen eigentlich Eischnee. Aquafaba macht genau dasselbe, und die weiße Glasur wird glänzend und knackig. Für etwa 40 Sterne.
- 60ml Aquafaba (Abtropfwasser einer Dose Kichererbsen, 400g)
- 1 Spritzer Zitronensaft
- 250g Puderzucker
- 300g gemahlene Mandeln
- 2 TL gemahlener Zimt
- etwas Puderzucker zum Ausrollen
- Aquafaba mit Zitronensaft und dem Handrührgerät 4–5 Minuten steif schlagen. Den Puderzucker löffelweise einrieseln lassen und weiterschlagen, bis eine glänzende, feste Masse entsteht.
- 4 EL davon in eine kleine Schüssel geben und als Glasur zur Seite stellen.
- Mandeln und Zimt unter den Rest kneten. Der Teig ist klebrig, das gehört so. 30 Minuten kühlen.
- Den Teig zwischen Backpapier oder auf Puderzucker 7–8 mm dick ausrollen. Sterne ausstechen und den Ausstecher immer wieder in Wasser tauchen.
- Die Sterne mit einem Teelöffel oder Pinsel dünn mit Glasur bestreichen.
- Bei 150 °C etwa 8–10 Minuten backen. Die Glasur soll weiß bleiben. Wird sie gelb, beim nächsten Blech 10 Grad weniger einstellen.
Ohne Handrührgerät geht es auch mit dem Schneebesen, dann brauchst du allerdings 10–15 Minuten und einen kräftigen Arm. Ohne Sternausstecher schneidest du Rauten. Mehr zur klassischen Version liest du bei den weihnachtlichen Zimtsternen.

4. Schnelle vegane Haferflocken-Plätzchen
Diese Plätzchen brauchen weder Ausrollen noch Ausstecher noch Mixer. Ein Löffel genügt, und nach 25 Minuten duftet die Küche. Für etwa 25 Stück.
- 150g zarte Haferflocken
- 100g Mehl
- 80g Rohrohrzucker
- 1 TL Backpulver
- 1 TL Zimt
- 1 Prise Salz
- 100g vegane Butter, geschmolzen
- 3 EL Ahornsirup
- 3 EL Apfelmus
- 50g gehackte Zartbitterschokolade oder Sultaninen
- Ofen auf 180 °C vorheizen. Trockene Zutaten in einer Schüssel mischen.
- Butter, Sirup und Apfelmus unterrühren, dann Schokolade oder Sultaninen unterheben. 10 Minuten quellen lassen.
- Mit zwei Teelöffeln walnussgroße Häufchen mit Abstand aufs Blech setzen und etwas flach drücken.
- 12–14 Minuten backen, bis die Ränder braun sind. Auf dem Blech fest werden lassen.
Kinder können hier alles selbst machen, bis auf das Blech in den Ofen schieben. Ähnlich einfach sind unsere veganen Kokos-Bananen-Kekse.
5. Vegane Schoko-Kardamom-Taler
Diese Schokoladenplätzchen werden als Rolle gekühlt und in Scheiben geschnitten. Du brauchst also keinen Ausstecher. Kardamom gibt ihnen eine leicht kühle, süßlich-scharfe Note, die wunderbar zu Kakao passt. Für etwa 35 Taler.
- 200g Mehl
- 30g Kakaopulver
- 100g Zucker
- 125g kalte vegane Butter
- ½ TL gemahlener Kardamom
- 1 Prise Salz
- 2–3 EL Haferdrink
- optional 100g Zartbitterkuvertüre zum Eintauchen
- Alle Zutaten zu einem glatten Teig kneten. Zu einer Rolle von 4 cm Durchmesser formen, in Folie wickeln und 1 Stunde kühlen.
- Ofen auf 180 °C vorheizen. Die Rolle in 5 mm dicke Scheiben schneiden.
- 10 Minuten backen. Die Taler wirken noch weich, sie werden beim Abkühlen knusprig.
- Wer mag, taucht die kalten Taler zur Hälfte in geschmolzene Kuvertüre.
Bei Zartbitterschokolade und Kuvertüre lohnt ein Blick auf die Zutatenliste. Manche Sorten enthalten Milchpulver oder Butterreinfett.

6. Vegane Engelsaugen mit Marmelade
Engelsaugen, auch Husarenkrapfen genannt, sind kleine Nusskugeln mit einem Klecks Marmelade in der Mitte. Das Loch drückst du mit dem Stiel eines Kochlöffels hinein. Für etwa 30 Stück.
- 200g Mehl
- 100g gemahlene Haselnüsse
- 70g Zucker
- 150g kalte vegane Butter
- 1 EL Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 100g Johannisbeergelee oder Himbeermarmelade
- Die Teigzutaten verkneten und 30 Minuten kühlen. Ofen auf 180 °C vorheizen.
- Kugeln von 2,5 cm formen und aufs Blech setzen. Mit dem Kochlöffelstiel in jede Kugel eine Mulde drücken.
- Die Marmelade glatt rühren und mit einem Teelöffel in die Mulden füllen.
- 12–14 Minuten backen. Nach dem Abkühlen bei Bedarf etwas Marmelade nachfüllen.
Wer mag, wälzt die Kugeln vor dem Backen in gehackten Haselnüssen. Beim Backen mit Kindern ist das Muldendrücken meist der beliebteste Arbeitsschritt.
Gewürze für vegane Weihnachtsplätzchen
Gewürze sind bei Plätzchen von Natur aus vegan, und sie machen den größten Unterschied. Zimt und Vanille sind die Basis. Für Spekulatius und Lebkuchen nimmst du am einfachsten eine fertige Mischung, dann stimmt das Verhältnis von Zimt, Nelke und Kardamom.
Eine geriebene Tonkabohne duftet nach Vanille, Bittermandel und einem warmen Rumton. Schon eine Viertelbohne reicht für ein Blech Ausstechplätzchen. Kardamom passt zu Schokolade und Orange, gemahlene Orangenschale zu Mandeln.
Wer seine Gewürzmischung lieber selbst zusammenstellt, findet beim Lebkuchengewürz zum Selbermachen ein Rezept.
Warum zerläuft oder bröselt veganer Teig?
Veganer Teig zerläuft, wenn das Fett zu weich ist. Nimm vegane Butter im Block und keine Streichmargarine. Kühle den Teig vor dem Ausrollen und die ausgestochenen Plätzchen notfalls noch 10 Minuten auf dem Blech.
Bröselt der Teig, fehlt Flüssigkeit, die sonst das Ei mitbringt. Gib löffelweise Pflanzendrink dazu, bis er zusammenhält. Und knete nur so lange wie nötig, sonst wird der Teig warm und zäh.
Warum werden vegane Plätzchen hart?
Meist waren sie zu lange im Ofen. Hole sie heraus, solange die Mitte noch hell ist. Werden sie in der Dose trotzdem hart, lege ein Stück Apfel für einen Tag dazu.

Vegane Plätzchen glutenfrei
Die Zimtsterne aus Rezept 3 sind von sich aus glutenfrei, denn sie enthalten kein Mehl. Für Vanillekipferl, Engelsaugen und Ausstechplätzchen ersetzt du das Weizenmehl durch eine glutenfreie Mehlmischung zum Backen. Der Teig wird etwas brüchiger, gib deshalb einen Löffel mehr Pflanzendrink dazu. Bei Haferflocken achtest du auf die Aufschrift glutenfrei.
Häufige Fragen zu veganen Plätzchen
Sind normale Plätzchen vegan?
Meist nicht, denn die meisten Rezepte enthalten Butter, Eier oder Honig. Zuckerguss, Marmelade, Mandeln und Gewürze sind dagegen vegan.
Wie lange halten vegane Plätzchen?
In einer gut schließenden Blechdose halten vegane Plätzchen 2–3 Wochen. Lagere Sorten mit Marmelade getrennt von knusprigen, sonst werden alle weich.
Kann man veganen Plätzchenteig einfrieren?
Ja, gut in Folie gewickelt hält der Teig etwa 3 Monate im Gefrierfach. Lass ihn über Nacht im Kühlschrank auftauen und knete ihn kurz durch.
Kann man vegane Plätzchen mit Kokosöl backen?
Ja, festes Kokosöl funktioniert in Haferflocken-Plätzchen und Schoko-Talern gut. Es schmeckt leicht nach Kokos. Für Ausstechteig ist es weniger geeignet, weil es bei Wärme schnell weich wird.
Was sind die einfachsten veganen Plätzchen?
Die Haferflocken-Plätzchen aus Rezept 4. Sie brauchen keine Kühlzeit, kein Ausrollen und keinen Ausstecher.
Das könnte dir auch gefallen
- Plätzchen Rezepte für Weihnachten
- Vegane Kuchen backen: Rezepte und Tipps
- Vegane Snacks von süß bis herzhaft
- Veganer Cookie Dough aus Kichererbsen
Am Ende liegen sie bunt gemischt auf dem Plätzchenteller: Ausgestochene mit Zuckerguss, Schoko-Taler und die knusprigen Haferflocken-Plätzchen. Während alle zugreifen, fragt garantiert jemand, wo eigentlich die Butter geblieben ist. Die Antwort darfst du dir genüsslich bis nach dem dritten Keks aufheben.
Zubereitungszeit: 00 H 39 M
Portionsanzahl: 25-50 Portionen






