Putenbraten Rezept: ganze Pute saftig aus dem Backofen
Putenbraten aus dem Backofen: ganze Pute mit Kräuterbutter, knuspriger Haut und Soße aus dem Bratensatz
Putenbraten ist das Festessen für eine große Runde. Die goldbraune Pute kommt auf einer Platte an den Tisch, die Haut knistert unter dem Messer, und aus dem Ofen zieht der Duft von Butter, Thymian und Orange durch die ganze Wohnung. Eine einzige Pute macht acht bis zehn Leute satt, und es bleibt meistens noch etwas für den nächsten Tag.
Viele haben Respekt vor dem großen Vogel: Wird die Brust trocken? Ist die Keule durch? Mit der Kräuterbutter unter der Haut, einer festen Garzeit pro Kilo und einem einfachen Test am Ende gelingt dir die Pute auch beim ersten Mal. Du brauchst keinen Spezialbräter, ein tiefes Ofenblech reicht.

Was dich in diesem Beitrag erwartet
- Putenbraten Rezept: die ganze Pute im Ofen
- Putenbraten im Backofen: Garzeit pro Kilo und Kerntemperatur
- Warum wird Putenbraten trocken?
- Welche Gewürze passen zum Putenbraten?
- Was passt zum Putenbraten?
- Was tun mit Resten vom Putenbraten?
- Häufige Fragen
Putenbraten Rezept: die ganze Pute im Ofen
Vorbereitung 30 Minuten, Bratzeit etwa 3 bis 3½ Stunden für eine Pute mit 4,5kg, dazu 20 Minuten Ruhezeit. Ist die Pute tiefgefroren, plane 2 bis 2½ Tage zum Auftauen im Kühlschrank ein.
Zutaten für 8 Personen
- 1 küchenfertige Pute, 4–5kg (ganz aufgetaut)
- 80g weiche Butter
- 2 TL Salz und 1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 2 TL Paprika edelsüß
- 1 TL Thymian und 1 TL Majoran
- ½ TL Rosmarin, fein zerrieben, und ½ TL Salbei
- 1 TL gemahlene Orangenschale oder die abgeriebene Schale einer unbehandelten Orange
- Für den Bauch: 2 säuerliche Äpfel, 1 Zwiebel, 1 Orange (alles geviertelt), 2 Lorbeerblätter
- Für das Blech: 2 Zwiebeln, 2 Karotten, ¼ Knollensellerie, grob gewürfelt
- 500ml Geflügelfond oder Brühe
- Für die Soße: 100ml Weißwein oder Apfelsaft, 1–2 EL Speisestärke
- Küchengarn (fester Bindfaden aus Baumwolle) und ein Bratenthermometer, wenn vorhanden
Zubereitung
- Die Pute 1 Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen. Hals und Innereien aus dem Bauch holen und für die Soße beiseitelegen. Die Pute nicht waschen, sondern innen und außen mit Küchenpapier trocken tupfen. Waschen verteilt Keime nur in der Spüle.
- Den Backofen auf 160 °C Ober- und Unterhitze vorheizen (140 °C Umluft).
- Butter mit Salz, Pfeffer, Paprika, Thymian, Majoran, Rosmarin, Salbei und Orangenschale verrühren. Die Haut über der Brust vom Hals her vorsichtig mit den Fingern lösen und die Hälfte der Würzbutter direkt auf das Fleisch streichen. Den Rest außen verteilen.
- Den Bauch innen leicht salzen und locker mit Äpfeln, Zwiebel, Orange und Lorbeer füllen. Die Füllung wird nicht gegessen, sie dämpft die Pute von innen und gibt Duft.
- Die Keulen mit Küchengarn zusammenbinden und die Flügelspitzen unter den Rücken stecken. So gart die Pute gleichmäßig und verbrennt nirgends.
- Gemüse, Hals und Innereien auf ein tiefes Ofenblech (die Fettpfanne) geben und 250ml Fond angießen. Die Pute mit der Brust nach oben auf den Rost darüber oder direkt auf das Gemüse legen.
- Etwa 3 bis 3½ Stunden braten und alle 30 Minuten mit dem Saft aus dem Blech begießen. Ist das Blech trocken, den restlichen Fond nachgießen. Wird die Brust zu dunkel, eine Alufolie locker darauflegen.
- Garprobe: Das Bratenthermometer in die dickste Stelle der Keule stecken, ohne den Knochen zu berühren. Bei 80 °C ist die Pute fertig. Ohne Thermometer stichst du mit einem Spieß zwischen Keule und Brust: Tritt klarer Saft aus und lässt sich die Keule leicht bewegen, ist sie durch.
- Für knusprige Haut die Folie entfernen und die Pute die letzten 10 bis 15 Minuten bei 220 °C bräunen. Dabei in der Nähe bleiben.
- Die Pute herausnehmen, locker mit Folie abdecken und 20 Minuten ruhen lassen. In dieser Zeit verteilt sich der Fleischsaft, und du machst die Soße.
Die Soße aus dem Bratensatz
- Gemüse und Bratensaft aus dem Blech in einen Topf geben. Die braunen Reste am Blech mit dem Weißwein oder Apfelsaft lösen und dazugießen.
- Mit Fond auf etwa 500ml auffüllen, 10 Minuten köcheln lassen und durch ein Sieb gießen. Das Fett, das oben schwimmt, mit einem Löffel abschöpfen.
- Die Stärke in 3 EL kaltem Wasser glatt rühren, in die kochende Soße geben und 1 Minute kochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Wie du eine dunkle Soße noch kräftiger bekommst, zeigt unsere klassische Bratensauce mit Fond.

Putenbraten im Backofen: Garzeit pro Kilo und Kerntemperatur
Eine ganze Pute braucht bei 160 °C Ober- und Unterhitze etwa 40 Minuten pro Kilo. Die Tabelle gilt für ungefüllte Puten oder eine lockere Aromafüllung wie im Rezept.
| Gewicht der Pute | Personen | Bratzeit bei 160 °C (140 °C Umluft) |
|---|---|---|
| 3–4kg | 6–8 | 2½–3 Stunden |
| 4–5kg | 8–10 | 3–3½ Stunden |
| 5–6kg | 10–12 | 3½–4 Stunden |
| 6–8kg | 12–16 | 4–5 Stunden |
| mit Brötchenfüllung im Bauch | etwa 30 Minuten länger |
Verlass dich am Ende immer auf die Kerntemperatur: 80 °C in der Keule, 72 °C in der Brust. Ein Bratenthermometer ist ein Metallstab mit Anzeige, den du ins Fleisch steckst. Es kostet wenig und nimmt dir an jedem Feiertag die Unsicherheit.
Umluft oder Ober- und Unterhitze?
Beides funktioniert. Ober- und Unterhitze gart die Pute gleichmäßiger und trocknet die Brust weniger aus. Mit Umluft stellst du 20 Grad weniger ein und prüfst etwas früher.
Pute richtig auftauen
Eine gefrorene Pute taut am sichersten im Kühlschrank auf, pro Kilo etwa einen halben Tag. Für 4,5kg sind das gut zwei Tage. Stell sie dabei in eine Schüssel und gieß die Auftauflüssigkeit weg. Danach Hände, Brett und Spüle heiß abwaschen, denn an rohem Geflügel können Keime sitzen.
Warum wird Putenbraten trocken?
Putenbraten wird trocken, wenn die magere Brust länger gart als nötig. Sie ist schon bei 72 °C fertig, die Keule erst bei 80 °C. Deshalb schützt du die Brust: Butter unter der Haut, Alufolie, sobald sie goldbraun ist, und regelmäßiges Begießen.
Der zweite Fehler passiert nach dem Ofen. Schneidest du die Pute sofort an, läuft der Saft aufs Brett statt im Fleisch zu bleiben. Gönn ihr die 20 Minuten Ruhe. Wer tranchiert, darf übrigens die knusprigsten Hautstücke sofort probieren. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz in jeder Familie.
Warum wird die Haut nicht knusprig?
Die Haut bleibt weich, wenn sie feucht in den Ofen kommt oder zu lange unter Folie liegt. Tupf die Pute gut trocken und gib ihr die letzten Minuten bei 220 °C ohne Folie. Im Bratschlauch oder unter einem geschlossenen Deckel bleibt die Haut weich.
Pute tranchieren: so zerlegst du den Braten
Tranchieren heißt, den Braten in Portionsstücke zu zerlegen. Zuerst das Küchengarn abschneiden und die Keulen am Gelenk abtrennen. Dann die Brust entlang des Brustbeins vom Knochen lösen und quer in fingerdicke Scheiben schneiden. Zum Schluss die Flügel abschneiden.

Welche Gewürze passen zum Putenbraten?
Pute schmeckt mild und nimmt Kräuter gut an. Am besten passen Thymian, Majoran, Salbei und Rosmarin, dazu Paprika für die Farbe und Orangenschale für Frische. Lorbeer im Bauch gibt eine leise, warme Tiefe.
- Thymian: kräftig-herzhaft und leicht herb. Er ist das wichtigste Kraut für Geflügel.
- Majoran: warm und krautig, er bringt den Geschmack von Omas Festtagsbraten.
- Salbei: markant, deshalb sparsam. Ein halber Teelöffel reicht für eine ganze Pute.
- Rosmarin: harzig-mediterran. Getrocknet zwischen den Fingern zerreiben, sonst stechen die Nadeln.
- Paprika: edelsüß sorgt für die goldbraune Farbe der Haut, geräuchert für einen Hauch Lagerfeuer.
- Orangenschale: säuerlich-süß mit feiner Bitternote. Sie passt zum milden Fleisch und zu Äpfeln im Bauch.
Weniger Dosen im Schrank? Unser Brathähnchen Gewürz ist paprikabetont und kräutrig, du verrührst es einfach mit etwas Öl oder Butter. Wer es zitronig mag, nimmt Chicken Spice mit Zitrone und Knoblauch. Beide funktionieren an der Pute genauso wie am Hähnchen.
Füllung für den Putenbraten
Eine Brötchenfüllung mit Maronen backst du am besten in einer eigenen Form. So wird sie oben knusprig, und die Pute gart schneller und gleichmäßiger. Maronen sind geröstete Esskastanien, du bekommst sie vorgegart und vakuumverpackt im Supermarkt.
- 4 Brötchen vom Vortag in Würfeln, 200ml warme Milch
- 1 Zwiebel, fein gewürfelt und in 1 EL Butter glasig gedünstet
- 200g vorgegarte Maronen, grob gehackt
- 2 Eier, 2 EL gehackte Petersilie
- Salz, Pfeffer, 1 Prise Muskatnuss, ½ TL Majoran
Brötchen mit Milch übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und mit allen Zutaten verkneten. In eine gefettete Auflaufform drücken, ein paar Butterflocken darauf und die letzten 40 Minuten neben der Pute mitbacken. Willst du die Pute doch damit füllen, rechne 30 Minuten mehr und miss auch in der Füllung 75 °C.
Was passt zum Putenbraten?
Zum Putenbraten passen Rotkohl, Rosenkohl, Klöße oder Kartoffelpüree und Preiselbeeren. Die fruchtige Säure der Beeren hebt das milde Fleisch.
- Rotkohl mit Apfel und Nelken lässt sich am Vortag kochen und wird dabei noch besser.
- Rosenkohl in Butter mit Muskat bringt eine feine Bitternote auf den Teller.
- Thüringer Klöße oder ein klassisches Kartoffelpüree nehmen die Soße auf.
- Gebratene Champignons mit Thymian sind die schnelle Gemüsebeilage. Sie bringen dieselben nussigen Röstnoten mit wie die gebräunte Putenhaut.
- In den USA kommt zu Thanksgiving der Truthahn mit Cranberrysauce und Süßkartoffeln auf den Tisch. Das passt auch an Weihnachten.
Wie viel Pute pro Person?
Rechne 400–500g Pute pro Person, gemessen am Gewicht mit Knochen. Eine Pute mit 4,5kg reicht also für 8 bis 10 Gäste. Für 4 Personen ist eine ganze Pute zu groß, dann nimmst du besser eine Putenbrust oder eine Oberkeule.
Pute, Truthahn, Puter: Was ist der Unterschied?
Es ist dasselbe Tier. Truthahn oder Puter heißt eigentlich der Hahn, Pute oder Truthenne die Henne. Im Handel wird beides als Pute verkauft, und in der Küche behandelst du sie gleich.
Was tun mit Resten vom Putenbraten?
Aus Resten vom Putenbraten machst du Sandwiches mit Preiselbeeren, einen Salat oder ein schnelles Ragout in Soße. Das Fleisch hält gut verpackt im Kühlschrank 2 bis 3 Tage und lässt sich in Scheiben einfrieren.
Aus dem Gerippe kochst du eine Brühe: Knochen mit Suppengemüse, 1 Lorbeerblatt und ein paar Pfefferkörnern mit Wasser bedecken und 2 Stunden leise köcheln lassen. Mit der Brühe werden auch die Suppen Rezepte der nächsten Woche besonders kräftig.

Häufige Fragen zum Putenbraten
Pute mit oder ohne Deckel braten?
Ohne Deckel, sonst wird die Haut nicht knusprig. Gegen zu starkes Bräunen hilft eine locker aufgelegte Alufolie, die du am Ende wieder abnimmst.
Kann man Putenbraten am Vortag vorbereiten?
Vorbereiten ja, braten lieber am Festtag. Die Würzbutter kannst du am Vorabend unter die Haut streichen und die Pute abgedeckt kühl stellen. Fertig gebratene Scheiben erwärmst du am nächsten Tag am besten langsam in heißer Soße.
Pute oder Gans: Was nehme ich für Weihnachten?
Pute ist die bessere Wahl für viele Gäste und für alle, die es weniger fettig mögen. Eine Gans hat kräftigeres, dunkleres Fleisch und viel mehr Fett, reicht aber nur für etwa 6 Personen.
Was mache ich, wenn die Pute nicht in den Ofen passt?
Ab etwa 6kg wird es in vielen Haushaltsöfen eng. Prüf deshalb vor dem Kauf, ob das tiefe Blech mit Rost und einem großen Vogel auf der untersten Schiene Platz hat. Passt die Pute nicht, lass dir die Pute beim Metzger halbieren oder in Brust und Keulen zerlegen. Die Teile garen dann auf zwei Blechen kürzer.
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Wenn die Pute golden auf der Platte liegt und alle nach dem ersten Stück Haut greifen, hat sich jede Minute am Ofen gelohnt. Rühr am Vorabend die Kräuterbutter an und schau nach, ob dein Thermometer noch funktioniert. Den Rest erledigt der Backofen.
Zubereitungszeit: 00 H 30 M
Portionsanzahl: 8 Portionen






