Honigkuchen Rezept: vom Blech, als Torte & Frühstückskuchen

Honigkuchen mit Lebkuchengewürz: altes Rezept vom Blech, russischer Honigkuchen und holländischer Frühstückskuchen
Honigkuchen beginnt mit einem Topf auf dem Herd. Honig, Butter und Zucker schmelzen langsam zusammen, und sobald das Lebkuchengewürz dazukommt, riecht die ganze Wohnung nach Advent. Ein paar Stunden später liegt ein dunkler, saftiger Kuchen auf dem Blech, und die ersten Stücke verschwinden, bevor sie ganz abgekühlt sind.
Alte Honigkuchen Rezepte schrecken oft ab: Pottasche, Hirschhornsalz und ein Teig, der wochenlang ruhen soll. Honigkuchen selber machen geht auch einfacher. Hier findest du drei Honigkuchen Rezepte, die ohne wochenlange Teigruhe gelingen: den schnellen holländischen Frühstückskuchen aus der Kastenform, den saftigen Honigkuchen vom Blech nach Omas Art und den russischen Honigkuchen Medovik, eine Torte aus vielen dünnen Honigböden.

Das erwartet dich in diesem Beitrag
- Holländischer Frühstückskuchen: der schnelle Honigkuchen
- Altes Honigkuchen Rezept vom Blech
- Russischer Honigkuchen (Medovik)
- Welche Gewürze gehören in Honigkuchen?
- Warum wird Honigkuchen hart?
- Häufige Fragen
Holländischer Frühstückskuchen: der schnelle Honigkuchen
In den Niederlanden heißt dieser Honigkuchen Ontbijtkoek, also Frühstückskuchen. Ob du ihn holländischer oder niederländischer Frühstückskuchen nennst, gemeint ist derselbe Honigkuchen aus Holland. Man schneidet ihn in dicke Scheiben und isst ihn mit Butter zum Frühstück oder zum Kaffee. Im Original wird er oft mit Roggenmehl gebacken. Unsere Version mit Dinkelmehl ist etwas heller und lockerer und wird nur mit Honig gesüßt.
Der Honigkuchen lässt sich schnell und simpel herstellen und selber backen. Mit nur wenigen Handgriffen lässt sich dieses Rezept zaubern. Wer Honig mag, freut sich wie ein Honigkuchenpferd darüber.
Zutaten
- 250g Honig
- 125g Halbfettmargarine
- 2 Eier
- 300g Dinkelmehl
- ½ TL Lebkuchengewürz
- 1 TL Zitronenabrieb
- 1 Päckchen Backpulver
- ggf. Puderzucker zum Bestäuben
- Kokosöl zum Einfetten
Zubereitung
- Backofen auf 180° C vorheizen.
- Eine Kastenform (etwa 25 cm) mit Kokosöl einfetten und zur Seite stellen.
- Honig, Margarine und Eier schaumig rühren.
- Anschließend die restlichen Zutaten dazugeben und gut verrühren.
- Teig in die Backform geben und für 30 Min. goldbraun backen. Mach die Stäbchenprobe und backe den Kuchen bei Bedarf 5–10 Minuten länger.
- Kuchen gut abkühlen und mit Puderzucker bestreuen.
Nährwerte pro Stück (bei 12 Stück)
296 kcal | 51g KH | 6,9g Eiweiß | 5,85g Fett
Altes Honigkuchen Rezept vom Blech
Der Honigkuchen vom Blech ist der Kuchen, den viele noch aus Omas Blechdose kennen: dunkel, saftig, mit Mandeln obendrauf und in Rauten geschnitten. Er wird nach ein, zwei Tagen in der Dose sogar besser, weil der Honig Feuchtigkeit zieht und die Gewürze durchziehen. Du brauchst dafür keinen Mixer, ein Kochlöffel reicht.
Zutaten für ein Backblech (etwa 30 Stücke)
- 250g Honig
- 125g Rohrohrzucker
- 100g Butter
- 2 Eier
- 500g Weizenmehl (Type 405 oder 550)
- 2 EL Backkakao
- 2–3 TL Lebkuchengewürz
- 1 TL Natron oder 1 Päckchen Backpulver
- 1 Prise Salz
- 150ml Milch
- 100g ganze geschälte Mandeln oder Mandelblättchen
- optional 150g Zartbitterkuvertüre statt der Mandeln
Zubereitung
- Honig, Zucker und Butter in einem Topf bei kleiner Hitze schmelzen, bis sich der Zucker gelöst hat. Die Masse soll nicht kochen. Dann lauwarm abkühlen lassen, sonst stocken die Eier.
- Den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
- Mehl, Kakao, Lebkuchengewürz, Natron und Salz in einer Schüssel mischen.
- Die Eier in die lauwarme Honigmasse rühren. Dann Mehlmischung und Milch abwechselnd unterrühren, bis ein zähflüssiger Teig entsteht.
- Den Teig etwa 1 cm dick auf das Blech streichen. Die Mandeln in Reihen darauflegen und leicht andrücken.
- 20–25 Minuten backen. Mach die Stäbchenprobe: Bleibt an einem Holzspieß kein Teig hängen, ist der Kuchen fertig.
- Auf dem Blech abkühlen lassen und in Rauten oder Quadrate schneiden. Wer Schokolade lieber mag, lässt die Mandeln weg und überzieht den kalten Kuchen mit geschmolzener Kuvertüre.
- In einer Blechdose 1–2 Tage durchziehen lassen. Wer so lange durchhält, wird mit einem besonders weichen Honigkuchen belohnt.
Pottasche und Hirschhornsalz: die alten Triebmittel
In alten Honigkuchen Rezepten stehen oft Pottasche und Hirschhornsalz statt Backpulver. Pottasche ist ein Salz, das schwere Honigteige lockert und vor allem in die Breite treibt. Sie wirkt langsam, deshalb ruhte der Teig früher lange. Hirschhornsalz lässt flaches Gebäck in die Höhe gehen. Beim Backen riecht es kurz nach Ammoniak, der Geruch verfliegt aber. Für hohe Kuchen eignet es sich nicht.
Beide gibt es im Backregal. Sie werden in wenig Milch oder Wasser aufgelöst und dann unter den Teig gerührt. Früher ruhte der Honigteig deshalb oft wochenlang kühl, bevor er gebacken wurde. Für unser Blechrezept brauchst du beides nicht, Natron übernimmt die Arbeit.
Russischer Honigkuchen (Medovik)
Der russische Honigkuchen heißt Medovik und ist eine Torte aus acht hauchdünnen Honigböden mit Schmandcreme. Frisch gebacken sind die Böden hart wie Kekse. Über Nacht ziehen sie die Creme auf und werden weich wie Biskuit. Beim Anschneiden zeigen sich viele feine Schichten, die nach Karamell und Honig duften.
Zutaten für eine Torte (22 cm, 12 Stücke)
Für die Böden:
- 100g Honig
- 150g Zucker
- 80g Butter
- 3 Eier
- 1 TL Natron
- 1 Prise Salz
- etwa 450g Weizenmehl
Für die Creme:
- 600g Schmand oder saure Sahne
- 400g kalte Sahne
- 120g Puderzucker
- 1 EL Vanillezucker
Zubereitung
- Für ein Wasserbad einen Topf mit wenig Wasser zum Sieden bringen und eine hitzefeste Schüssel daraufsetzen. Sie darf das Wasser nicht berühren. So schmilzt alles sanft.
- Honig, Zucker und Butter in der Schüssel schmelzen. Die verquirlten Eier unter ständigem Rühren dazugeben und 3–4 Minuten weiterrühren, bis die Masse etwas dicker wird.
- Das Natron einrühren. Die Masse schäumt auf und färbt sich karamellbraun. Die Schüssel vom Topf nehmen.
- Mehl und Salz nach und nach einarbeiten, bis ein weicher, leicht klebriger Teig entsteht. In 8 gleiche Portionen teilen und etwas abkühlen lassen.
- Den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Jede Portion auf Backpapier 2–3 mm dünn ausrollen. Einen Teller mit 22 cm Durchmesser auflegen und einen Kreis ausschneiden. Die Reste auf dem Papier liegen lassen.
- Jeden Boden samt Resten 5–6 Minuten goldbraun backen. Die gebackenen Reste abkühlen lassen und fein zerbröseln.
- Für die Creme die Sahne steif schlagen. Schmand mit Puderzucker und Vanillezucker glatt rühren und die Sahne unterheben.
- Die Böden mit je 3–4 EL Creme bestreichen und stapeln. Rand und Oberfläche mit der restlichen Creme einstreichen und rundum mit den Bröseln bestreuen.
- Mindestens 8 Stunden, besser über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Unser Tipp aus der Gewürzküche: Ein halber Teelöffel Lebkuchengewürz im Teig ist nicht klassisch, macht den Medovik aber zur Weihnachtstorte.

Welche Gewürze gehören in Honigkuchen?
Am einfachsten ist ein fertiges Lebkuchengewürz. Es schmeckt warm, würzig und leicht süßlich und bringt die ganze Mischung in einer Dose mit. Wer lieber einzeln würzt, kombiniert nach Geschmack:
- Zimt als warme, süße Basis
- Nelken, sparsam, für die kräftige Tiefe
- Kardamom für eine kühle, süßlich-scharfe Note
- Anis für einen Hauch Lakritz
- Ingwer für etwas Schärfe
- Piment und Koriander, typisch für alte Honigkuchen
- gemahlene Orangenschale für Frische
Gemahlene Gewürze rührst du gleich unter das Mehl, dann verteilen sie sich gleichmäßig. Eine Hausmischung zum Selbermachen findest du beim Lebkuchengewürz selbstgemacht.
Auch der Honig prägt den Geschmack. Ein dunkler Waldhonig macht den Kuchen kräftig und herb, ein milder Blütenhonig eher fein. Ob flüssig oder cremig, ist egal, denn der Honig wird ohnehin erwärmt.

Warum wird Honigkuchen hart?
Meist war der Honigkuchen zu lange im Ofen. Nimm ihn heraus, sobald die Stäbchenprobe sauber ist. Ein Honigkuchen vom Blech ist direkt nach dem Backen außerdem oft fester, als er sein soll. Das ändert sich in der Dose, weil Honig Feuchtigkeit anzieht.
Ist er doch zu hart geworden, lege einen Apfelschnitz für einen Tag mit in die Dose. Danach ist er wieder weich. Beim Medovik sind harte Böden normal. Sie werden erst durch die Creme und die Nacht im Kühlschrank weich.
Häufige Fragen zu Honigkuchen
Was ist der Unterschied zwischen Honigkuchen und Lebkuchen?
Honigkuchen ist meist ein saftiger Kuchen aus Honigteig, gebacken auf dem Blech oder in der Form. Lebkuchen sind dagegen einzelne Gebäckstücke, etwa auf Oblaten oder als Lebkuchenmänner. Die Namen gehen je nach Region ineinander über: Was in Nürnberg Lebkuchen heißt, nennt man in Sachsen Pfefferkuchen und anderswo Honigkuchen.
Wie lange hält Honigkuchen?
Honigkuchen vom Blech hält in einer gut schließenden Blechdose 2–3 Wochen. Der holländische Frühstückskuchen bleibt in Folie gewickelt etwa eine Woche frisch. Medovik hält wegen der Creme 3–4 Tage im Kühlschrank.
Kann man Honigkuchen einfrieren?
Ja, alle drei Honigkuchen lassen sich etwa 3 Monate einfrieren. Friere sie am besten in Stücken ein und lass sie langsam im Kühlschrank auftauen.
Was ist griechischer Honigkuchen?
In Griechenland kennt man als Honigkuchen vor allem die Melopita, einen Käsekuchen aus frischem Weichkäse mit Honig und Zimt. Mit unserem Honigkuchen aus Honigteig hat sie wenig gemeinsam, ist aber genauso einen Versuch wert.
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Schneide den Honigkuchen in kleine Würfel und stell die Blechdose offen auf den Kaffeetisch. Der Duft von Honig und Lebkuchengewürz lockt schneller Gäste an als jede Einladung. Den holländischen Frühstückskuchen schneidest du in dicke Scheiben und bestreichst ihn mit Butter.
Zubereitungszeit: 00 H 45 M
Portionsanzahl: 16 Portionen






