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Matcha oder grüner Tee – ein Teestrauch, zwei ganz verschiedene Schalen

Matcha oder grüner Tee: Beide stammen vom Teestrauch Camellia sinensis, Matcha ist damit selbst ein grüner Tee. Für Matcha werden beschattete Blätter fein gemahlen und als Pulver im Wasser aufgeschlagen. Bei Sencha und anderem Blatttee ziehen die Blätter nur im Wasser und bleiben danach im Sieb. Darum schmeckt Matcha dicht, cremig und herb, grüner Tee klarer und leichter.

Links eine Kanne Sencha, hellgolden, mit einem Duft nach frisch gemähter Wiese. Rechts eine Schale Matcha, leuchtend grün und mit feinem Schaum, fast wie eine kleine Suppe. Beides ist grüner Tee, beides vom selben Strauch. Und doch trinken Sie zwei völlig verschiedene Dinge, sobald Sie ansetzen.

Unterschied Matcha und grüner Tee: dieselbe Pflanze, ein anderer Weg

Der Unterschied zwischen Matcha und grünem Tee beginnt nicht bei der Pflanze. Beide kommen vom immergrünen Teestrauch, aus dem auch schwarzer und weißer Tee entstehen. Was am Ende in Ihrer Tasse landet, entscheiden drei Stationen: der Teegarten, die Verarbeitung und Ihre Zubereitung.

Im Teegarten stehen die Sträucher für Matcha vor der Ernte im Schatten, die für Sencha meist in voller Sonne. In der Fabrik wird Sencha gerollt, Matcha dagegen flach getrocknet und gemahlen. Und in der Küche gießen Sie grünen Tee auf, während Sie Matcha mit dem Besen ins Wasser schlagen.

Wer zum ersten Mal mit Matcha zu tun hat, findet die Grundlagen auf unserer Seite Matcha Tee. Hier geht es um den direkten Vergleich, Punkt für Punkt.

Grüner Tee (z. B. Sencha)Matcha
PflanzeTeestrauch Camellia sinensisTeestrauch Camellia sinensis
Anbaumeist in voller Sonnedrei bis vier Wochen beschattet
Verarbeitunggedämpft, gerollt, getrocknetgedämpft, flach getrocknet, ohne Stiele und Adern gemahlen
Formlose, nadelförmige Blätterfeines grünes Pulver
Zubereitung1 bis 2 TL je 200ml, aufgießen, abseihen1 bis 2g mit 80ml aufschlagen, mittrinken
Wasser70 bis 80 °C, Gyokuro 65 bis 70 °C70 bis 80 °C
Geschmackklar, grasig, leicht herbdicht, cremig, grasig-herb, viel Umami
Koffein je Tasseweniger, je nach Ziehzeitmeist mehr, das ganze Blatt wird getrunken
KücheEistee, Cold Brew, Sud für Reis und FischLatte, Kuchen, Eis, Cremes, Glasuren
Lagerungtrocken, dunkel, luftdichtkühl, dunkel, luftdicht, angebrochen im Kühlschrank
Grüner Tee im Vergleich
Grüner Tee von Azafran.

Im Teegarten: Schatten für Matcha, Sonne für Sencha

Für Matcha werden die Teesträucher drei bis vier Wochen vor der Frühjahrsernte mit Netzen oder Matten abgedeckt. Die Blätter bekommen weniger Licht und reagieren darauf: Sie werden dunkler grün, zarter und bilden mehr von den Stoffen, die nach Umami schmecken. Die herben Noten bleiben dagegen zurück.

Sencha wächst meist in voller Sonne. Seine Blätter schmecken dadurch frischer, heller und etwas herber, mit dem typischen grasigen Ton. Für den Alltag ist genau das gewollt: ein klarer Tee, den man gern über den ganzen Tag trinkt.

Dazwischen liegen die beschatteten Blatttees Gyokuro und Kabusecha. Sie werden wie Matcha abgedeckt, aber als ganze Blätter aufgegossen. Wie diese Sorten sich unterscheiden, lesen Sie bei Japanischer grüner Tee: Sorten, wie die Beschattung genau abläuft, bei Matcha Pflanze. Alle drei finden Sie bei unserem grünen Tee aus Japan.

Für die Kanne unser japanischer BIO-Sencha, für Latte und Gebäck unser BIO-Matcha in Kochqualität:

Alle Sorten und Größen: Grüner Tee

In der Teefabrik: Sencha wird gerollt, Matcha gemahlen

Nach der Ernte werden die Blätter für beide Tees kurz gedämpft. So bleiben sie grün und oxidieren nicht wie beim schwarzen Tee. Danach trennen sich die Wege.

Sencha-Blätter werden in mehreren Durchgängen gerollt und getrocknet, bis sie fest, dunkelgrün und nadelförmig sind. Für Matcha werden die Blätter dagegen flach getrocknet, ohne Rollen. Diese Zwischenstufe heißt Tencha. Dann werden Stiele und Blattadern aussortiert, und nur das reine Blattgewebe wird zu feinem Puder vermahlen.

Das erklärt auch einen Teil des Preises. Für Matcha bleibt von jedem Kilo frischer Blätter weniger übrig, und das Mahlen dauert. Woher das langsame Mahlen in der Steinmühle stammt, erzählt die Seite Matcha Herkunft.

Grüner Tee oder Matcha in der Tasse: Aufguss oder ganzes Blatt

Hier liegt der Unterschied, den Sie sofort spüren. Bei grünem Tee gibt das Blatt im heißen Wasser einen Teil seiner Aromen ab und landet danach im Sieb. Bei Matcha rühren Sie das ganze, fein gemahlene Blatt ins Wasser und trinken es mit.

Daraus ergeben sich auch andere Mengen und Werkzeuge. Für eine Tasse grünen Tee mit etwa 200ml nehmen Sie 1 bis 2 Teelöffel Blätter. Bei 70 bis 80 °C ziehen sie je nach Sorte 2 bis 5 Minuten. Dieselben Blätter geben einen zweiten und dritten Aufguss.

Für eine Schale Matcha sieben Sie 1 bis 2g Pulver in eine vorgewärmte Schale und schlagen es mit etwa 80ml Wasser bei 70 bis 80 °C schaumig. Einen zweiten Aufguss gibt es nicht, das Pulver ist ausgetrunken. Schritt für Schritt erklärt es die Seite Matcha Tee Zubereitung, für Blatttee die Seite Was ist grüner Tee.

Matcha und grüner Tee: der Unterschied im Geschmack

Grüner Tee als Aufguss schmeckt klar und leicht. Unser japanischer Sencha aus Kagoshima duftet frisch und grasig, ein wenig nach Meeresbrise, und hat eine feine Süße. Der Sencha aus China ist milder, erinnert an frisches Heu und hat leicht nussige Töne.

Matcha schmeckt dichter und voller, mit einer cremigen Textur auf der Zunge. Grasige Frische, Umami und eine herbe Spitze kommen gleichzeitig. Unser Matcha in Kochqualität ist bewusst etwas kräftiger und herber, damit er sich in Milch, Teig und Desserts durchsetzt.

Schmeckt Matcha wie grüner Tee? Verwandt, aber konzentrierter und runder. Wer Sencha mag, erkennt das Grüne sofort wieder, nur mit mehr Körper. Mehr zum Geschmack lesen Sie bei Matcha Tee und bei Japanischer grüner Tee.

Koffein in Matcha und grünem Tee

Beide enthalten Koffein, denn die Teepflanze bildet es von Natur aus. Teein und Koffein sind dabei derselbe Stoff.

Eine Schale Matcha enthält in der Regel mehr Koffein als eine Tasse aufgebrühter grüner Tee. Der Grund liegt in der Zubereitung: Beim Matcha trinken Sie das ganze Blatt, beim Aufguss geht nur ein Teil ins Wasser. Wie viel es beim grünen Tee ist, hängt von Sorte, Menge, Temperatur und Ziehzeit ab.

Genaue Spannen für Matcha und den Vergleich mit Kaffee finden Sie auf der Seite Matcha Koffein.

Grüner Tee oder Matcha: wann nehmen Sie was?

Ob grüner Tee oder Matcha, hängt weniger vom Tee ab als von Ihrem Moment. Diese Faustregeln helfen bei der Wahl:

  • Die Kanne für den ganzen Nachmittag: grüner Tee. Sencha lässt sich mehrfach aufgießen und bleibt leicht. Dafür eignet sich unser japanischer BIO-Sencha.
  • Eine kleine, konzentrierte Pause: Matcha pur aus der Schale, schnell aufgeschlagen und gleich getrunken.
  • Latte, Smoothie, Kuchen und Eis: Matcha. Nur das Pulver färbt und schmeckt auch in Milch und Teig. Unser BIO-Matcha ist genau dafür gemacht.
  • Eistee und Cold Brew für den Sommer: grüner Tee, gern der milde Sencha aus China aus unserem Grüntee-Sortiment.
  • Zum Essen: grüner Tee. Sein klarer Geschmack begleitet Fisch, Reis und Gemüse, ohne sie zu überdecken.

Auch der Preis spielt mit. Beschattung, Aussortieren und Mahlen machen Matcha je Gramm teurer als Blatttee. Dafür reicht eine kleine Menge für eine Schale.

Kann man grünen Tee statt Matcha nehmen?

Für Latte, Kuchen oder Eis nur mit Abstrichen. Gemahlener Sencha wird nicht so fein wie Matcha, schmeckt bitterer und färbt eher olivbraun als grün. Im Teig bleibt er als kleine Krümel spürbar.

Umgekehrt geht es leichter. Matcha können Sie in kaltes Wasser geben und im verschlossenen Glas kräftig schütteln, dann haben Sie in einer Minute einen grünen Eistee. Als Ersatz für eine ganze Kanne Sencha schmeckt er aber zu dicht.

In der Küche ergänzen sich beide gut. Mit Matcha färben und würzen Sie Glasuren, Cremes und Pfannkuchen. Grüner Tee eignet sich als Aufguss für Reis oder als Sud zum Pochieren von Fisch.

Gyokuro: der grüne Tee, der Matcha am nächsten kommt

Wer den runden, cremigen Charakter von Matcha mag, aber lieber Blatttee trinkt, sollte Gyokuro probieren. Er wird wie Matcha vor der Ernte beschattet, bleibt aber ein ganzes, gerolltes Blatt.

Unser Gyokuro aus der ersten beschatteten Frühjahrspflückung schmeckt vielschichtig, mit sanfter Umami-Tiefe, zarter Süße und Anklängen von Butter. Er mag kühleres Wasser mit etwa 65 bis 70 °C. Den Kabusecha mit kürzerer Beschattung finden Sie geschmacklich zwischen Sencha und Gyokuro. Beide gibt es bei unserem grünen Tee.

Matcha und grünen Tee richtig lagern

Pulver ist empfindlicher als Blatt. Matcha bietet Licht, Luft und Wärme sehr viel Oberfläche und verliert deshalb schneller Farbe und Duft. Lagern Sie ihn kühl, dunkel und luftdicht, angebrochene Packungen am besten im Kühlschrank.

Grüner Tee als Blatt ist geduldiger. Er mag es trocken, dunkel und gut verschlossen, fern von Kaffee und Gewürzen, denn er nimmt fremde Gerüche an. In den Kühlschrank muss er nicht.

Beide füllen wir in wiederverschließbare, licht- und luftundurchlässige Aromaschutzbeutel. Unser Matcha und unser grüner Tee stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, Kontrollstelle DE-ÖKO-009. Grüntee, Schwarztee und Matcha im Überblick finden Sie in unserem Blogbeitrag Grüntee, schwarzer Tee und Matcha.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Matcha und grünem Tee?

Matcha ist ein grüner Tee aus beschatteten Blättern, die ohne Stiele und Adern fein gemahlen werden. Sie trinken das ganze Blatt mit. Bei grünem Tee wie Sencha ziehen die Blätter nur im Wasser und werden danach abgeseiht.

Kommen Matcha und grüner Tee von derselben Pflanze?

Ja. Beide stammen vom Teestrauch Camellia sinensis. Den Unterschied machen Beschattung, Verarbeitung und Zubereitung.

Hat Matcha mehr Koffein als grüner Tee?

Je Schale meist ja, weil Sie beim Matcha das ganze Blatt trinken. Beim Aufguss geht nur ein Teil des Koffeins ins Wasser, je nach Temperatur und Ziehzeit.

Kann man grünen Tee zu Matcha mahlen?

Nicht wirklich. Gemahlener Sencha wird gröber, bitterer und eher olivbraun. Matcha entsteht aus beschatteten, flach getrockneten Blättern, die ohne Stiele und Adern sehr fein vermahlen werden.

Welcher grüne Tee kommt Matcha am nächsten?

Gyokuro. Er wird wie Matcha vor der Ernte beschattet und schmeckt rund, cremig und nach Umami, bleibt aber ein Blatttee zum Aufgießen.

Matcha oder grüner Tee für Latte und Kuchen?

Matcha. Nur das feine Pulver färbt Milch und Teig grün und setzt sich geschmacklich durch. Grüner Tee eignet sich besser für Kanne, Eistee und Cold Brew.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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