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Chilli oder Chili – ein l, zwei l und die Frage, was eigentlich im Glas steckt

Chilli oder Chili: Im Deutschen schreibt man Chili mit einem l. Chilli mit zwei l ist die britisch-englische Schreibweise, in Mexiko und Spanien heißt die Schote Chile. In der Küche ist Chili der Oberbegriff für die scharfen Schoten, aus denen Chilipulver, Cayennepfeffer und Chiliflocken gemacht werden.

Auf der Speisekarte steht Chilli, im Kochbuch Chili, im Urlaub in Mexiko Chile. Wer das liest, fragt sich zu Recht, ob das drei verschiedene Dinge sind. Die gute Nachricht: Es ist immer dieselbe Schote. Spannend wird es erst, wenn sie getrocknet, geschrotet oder gemahlen im Glas landet.

Chilli oder Chili: welche Schreibweise ist richtig?

Richtig ist im Deutschen Chili, mit einem l. Im Wörterbuch steht das Wort als „der Chili“, die Mehrzahl lautet „die Chilis“. Diese Form finden Sie in Kochbüchern, auf Speisekarten und auf unseren Etiketten.

Chilli mit zwei l ist kein Fehler im eigentlichen Sinn, sondern Englisch. In Großbritannien, Indien und Australien schreibt man chilli, in den USA meist chili. Weil viele Rezepte aus dem Englischen übernommen werden, wandert das zweite l gern mit in deutsche Texte.

Chile ohne Doppel-l und mit e am Ende ist die spanische Form. In Mexiko heißen die Schoten chiles, etwa chile ancho oder chile chipotle. Gemeint ist immer die Frucht der Capsicum-Pflanze.

Chiliflocken im Vergleich
Chiliflocken von Azafran.

Woher kommt das zweite l?

Das Wort stammt aus dem Nahuatl, der Sprache der Azteken. Dort hieß die Schote chīlli, mit doppeltem l. Im Spanischen wurde daraus chile. Das britische Englisch behielt das Doppel-l, im amerikanischen Englisch setzte sich chili durch.

Mit dem Land Chile hat die Schote nach gängiger Erklärung nichts zu tun, der Name des Landes hat eine eigene Herkunft. Wie die Chili aus Mittelamerika in die Küchen der Welt kam, erzählt unser Ratgeber Chili Herkunft und Geschichte.

Unsere BIO-Chiliflocken für Pizza, Pasta und jede Pfanne:

Alle Sorten und Größen: Chiliflocken

Der Chili oder das Chili?

Für die Schote und das Gewürz ist der Chili die Standardform. Im Alltag hört man auch die Chili, besonders wenn jemand an „die Schote“ denkt. Beides versteht jeder.

Das Chili meint dagegen meist das Schmorgericht, kurz für das Chili con Carne. Wer also sagt, er kocht heute ein Chili, braucht Hackfleisch, Bohnen, Tomaten und eine passende Würze. Fertig gemischt gibt es dafür unser Chili con Carne Gewürz, mehr dazu im Ratgeber Chili con Carne Gewürz Verwendung.

Chili, Chilipulver, Chiliflocken: was ist was?

Chili ist der Oberbegriff. Er meint die frische oder getrocknete Schote, aber auch das Gewürz daraus. Je nachdem, wie die getrocknete Schote verarbeitet wird, entstehen ganz verschiedene Produkte.

  • Chiliflocken: getrocknete Schoten, grob geschrotet, mit Fruchtfleisch und Kernen. Unsere BIO-Chiliflocken sind kräftig rot und fruchtig-scharf.
  • Chilipulver: fein gemahlene Schoten einer Sorte, von mild bis sehr scharf. Ein Beispiel ist unser Cayennepfeffer, der trotz des Namens kein Pfeffer ist.
  • Chilifäden: hauchdünn geschnittene, milde Schoten. Unsere Chilifäden schmecken sanft nach Paprika und sind vor allem ein Hingucker.
  • Chili-Gewürzmischung: Chilipulver mit weiteren Gewürzen, wie unser Chili con Carne Gewürz.

Alle Sorten von mild bis extra scharf finden Sie in unserer Kategorie Chili.

ChiliflockenChilipulver (z. B. Cayenne)Chilifäden
Formgrob geschrotet, mit Kernenfein gemahlenhauchdünne Fäden
Schärfedeutlich scharf, ca. 30.000 bis 40.000 Scovilleje nach Sorte, Cayenne deutlich scharfmild
Geschmackfruchtig, leicht süßlichklar und trocken scharfsanft, paprikaartig
im Gerichtsichtbare Schärfepunktegleichmäßige SchärfeDekor und milde Würze
typisch fürPizza, Pasta, Pfanne, ChiliölCurrys, Saucen, MarinadenSuppen, Salate, Desserts

Chiliflocken oder Chilipulver: wann welches?

Chiliflocken bringen Struktur. Die roten Stückchen bleiben im Gericht sichtbar, setzen kleine Schärfepunkte und sehen auf Pizza, Pasta und Suppe gut aus. Kurz in heißem Öl angeröstet, öffnen sie ihr Aroma.

Chilipulver verteilt sich gleichmäßig und würzt von innen. Es gehört dorthin, wo die Schärfe die ganze Sauce durchziehen soll, etwa in Currys, Marinaden und Dips. Wer keine roten Punkte im Essen möchte, nimmt Pulver.

Als Faustregel ersetzen Sie einen halben Teelöffel Chiliflocken durch etwa eine kräftige Messerspitze Pulver derselben Schärfe. Weil Pulver sich schneller löst, schmeckt es bei gleicher Menge oft schärfer. Unsere Chiliflocken kaufen Sie von 50g bis 1kg.

Eine Chili im Rezept: wie viel Flocken oder Pulver?

Steht im Rezept „1 Chili“, ist fast immer eine frische, mittelgroße rote Schote gemeint. Getrocknet ersetzen Sie sie durch etwa einen halben Teelöffel Chiliflocken. Wer es milder mag, startet mit einer Prise und schmeckt nach.

Frische Schoten sind sehr unterschiedlich scharf, selbst an derselben Pflanze. Getrocknete Ware ist hier verlässlicher, weil eine Charge gleichmäßig schmeckt. Darum kochen viele lieber mit Flocken oder Pulver und nehmen frische Chili nur für Salat und Salsa.

Geben Sie Flocken in Schmorgerichte früh dazu, damit sie weich werden und ihre Schärfe abgeben. Bei langer Garzeit baut sich die Schärfe noch auf, nachwürzen sollten Sie deshalb erst am Ende.

Chilipulver ist nicht gleich Chili Powder

Vorsicht bei amerikanischen Rezepten. Was dort chili powder heißt, ist meist kein reines Chilipulver, sondern eine Mischung aus Chili, Kreuzkümmel, Oregano, Knoblauch und weiteren Gewürzen.

Ersetzen Sie einen Esslöffel chili powder durch einen Esslöffel reines Cayennepulver, wird das Gericht unangenehm scharf. Nehmen Sie stattdessen eine fertige Chili-Mischung oder reines Pulver in kleiner Menge und ergänzen Sie Kreuzkümmel und Oregano selbst.

Wie scharf sind Chiliflocken im Vergleich?

Unsere Chiliflocken liegen bei etwa 30.000 bis 40.000 Scoville. Das ist deutlich scharf, aber gut dosierbar. Cayennepfeffer bewegt sich in einer ähnlichen Liga, Habanero liegt weit darüber, Chilifäden und Gochugaru deutlich darunter.

Die Schärfe sitzt vor allem in den hellen Scheidewänden der Schote, an denen die Kerne hängen. Weil Flocken Fruchtfleisch, Scheidewände und Kerne enthalten, schmecken sie gleichmäßig scharf. Eine Übersicht aller Schärfegrade und Sorten zeigt unser Ratgeber Schärfegrade Chili.

Wie schmecken Chiliflocken, Cayenne und Chilifäden?

Chiliflocken schmecken fruchtig, leicht süßlich und direkt scharf. Cayennepfeffer ist trockener und klarer in der Schärfe, die Frucht tritt etwas zurück. Chilifäden sind mild und paprikaartig. Gochugaru aus der koreanischen Küche ist fruchtig-süß mit sanftem Rauch.

Welche Gewürze und Lebensmittel zu Chili passen und wie Sie die Schärfe dosieren, lesen Sie auf der Seite Chili in der Küche. Für Kimchi und koreanische Suppen gibt es unser Gochugaru.

Chiliflocken kaufen und lagern

Gute Chiliflocken sind trocken, sauber getrennt und kräftig rot bis rotbraun. Beim Öffnen duften sie fruchtig-scharf. Riechen sie matt oder fühlen sich weich an, waren Licht oder Feuchtigkeit am Werk.

Bewahren Sie Flocken und Pulver trocken, dunkel und luftdicht auf. Unsere BIO-Chiliflocken kommen aus kontrolliert biologischem Anbau, Kontrollstelle DE-ÖKO-009, je nach Charge aus Indien und/oder Nigeria. Sie werden im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel geliefert.

Häufige Fragen

Schreibt man Chili oder Chilli?

Im Deutschen schreibt man Chili mit einem l. Chilli ist die britisch-englische Schreibweise, Chile die spanische.

Heißt es der Chili oder das Chili?

Für Schote und Gewürz ist der Chili üblich. Das Chili meint meist das Gericht Chili con Carne.

Was ist die Mehrzahl von Chili?

Die Mehrzahl lautet die Chilis.

Was ist der Unterschied zwischen Chiliflocken und Chilipulver?

Chiliflocken sind grob geschrotet und bleiben sichtbar, Chilipulver ist fein gemahlen und verteilt die Schärfe gleichmäßig im ganzen Gericht.

Ist Chili Powder dasselbe wie Chilipulver?

Nein. Amerikanisches chili powder ist meist eine Mischung mit Kreuzkümmel, Oregano und Knoblauch. Reines Chilipulver ist deutlich schärfer.

Wie scharf sind Chiliflocken?

Unsere Chiliflocken liegen bei etwa 30.000 bis 40.000 Scoville. Starten Sie mit einer Prise und schärfen Sie in kleinen Schritten nach.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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