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Petersilie Pflanze: das Kraut, das sich zwei Jahre Zeit lässt

Die Petersilie Pflanze (Petroselinum crispum) ist ein zweijähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler. Im ersten Jahr bildet sie einen Schopf aus Blättern, die geerntet werden. Im zweiten Jahr schießt sie in die Höhe, blüht gelbgrün und bildet Samen. Danach stirbt sie ab, und aus den Blättern wird auch die getrocknete Petersilie im Gewürzregal.

Petersilie keimt so langsam, dass man im Volksmund sagte, die Samen müssten erst neunmal zum Teufel und zurück, bevor sie kommen. Wer sie einmal ausgesät hat, versteht den Spruch. Drei Wochen lang passiert nichts, dann zeigt sich zartes Grün. Und wer die Pflanze ein zweites Jahr stehen lässt, erlebt eine Überraschung: aus dem kleinen Büschel wird eine Staude, fast so hoch wie ein Tisch.

Petersilie Pflanze: was für eine Pflanze ist Petersilie?

Petersilie gehört zu den Doldenblütlern, wie Dill, Koriander, Kerbel, Liebstöckel, Möhre und Sellerie. Sie ist zweijährig. Im ersten Jahr wächst eine Rosette aus gefiederten Blättern an langen Stielen, etwa 20 bis 30 Zentimeter hoch. Im zweiten Jahr kommen Blütenstängel, Blüte und Samen.

Es gibt drei Formen. Glatte Petersilie, auch Blattpetersilie genannt, hat flache, dreieckige Blätter und das kräftigere Aroma. Krause Petersilie hat gekräuselte Blätter, die schön aussehen und auf dem Teller stehen bleiben. Wurzelpetersilie wird vor allem wegen ihrer hellen, rübenartigen Wurzel angebaut.

Ist Petersilie ein Strauch? Nein, sie bleibt immer krautig und verholzt nicht. Im zweiten Jahr wirkt sie mit ihren hohen Blütenstängeln zwar buschig, eine Strauchpetersilie gibt es botanisch aber nicht.

Petersilie: von der Pflanze zum Gewürz
Petersilie von Azafran.

Petersilie Herkunft: vom Mittelmeer in den Klostergarten

Die Herkunft der Petersilie liegt im östlichen Mittelmeerraum. Wild wächst sie dort auf steinigen, sonnigen Böden. Griechen und Römer kannten sie gut, ihr Name geht auf das griechische Wort für Felsensellerie zurück.

Nach Mitteleuropa kam Petersilie mit den Klöstern. Karl der Große nahm sie in seine Landgüterverordnung auf, eine Liste von Pflanzen für die Gärten seiner Höfe. Seitdem gehört sie zu den Kräutern, die in fast jedem Bauerngarten stehen.

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Petersilie Samen: Aussaat Schritt für Schritt

Petersilie Samen sind klein, graubraun und gerippt. Sie keimen langsam, meist nach zwei bis vier Wochen. Mit diesen Schritten klappt es zuverlässig:

  • Samen über Nacht in lauwarmem Wasser einweichen, das verkürzt die Keimzeit.
  • Samen etwa 1 Zentimeter tief in lockere, feuchte Erde legen und gut bedecken. Petersilie keimt im Dunkeln.
  • Im Beet in Reihen mit etwa 20 bis 25 Zentimeter Abstand säen, im Topf locker verteilen.
  • Die Erde bis zum Keimen gleichmäßig feucht halten. Einmal ausgetrocknet, keimen viele Samen nicht mehr.
  • Sind die Pflänzchen etwa 5 Zentimeter hoch, auf 10 bis 15 Zentimeter Abstand vereinzeln.

Samen gibt es für glatte Petersilie, krause Petersilie und Wurzelpetersilie. Die Aussaat ist bei allen drei gleich.

Petersilie pflanzen: wann und wie?

Petersilie pflanzen Sie im Freiland von April bis in den Sommer. Ab Ende Februar können Sie auf der Fensterbank vorziehen. Eine späte Aussaat im Juli oder August liefert Blätter bis in den Winter und im Frühjahr darauf.

Richtig pflanzen heißt vor allem: der passende Platz. Petersilie mag halbschattige bis sonnige Lagen und lockeren, humosen Boden, der gleichmäßig feucht bleibt. Staunässe verträgt sie nicht. Wichtig ist der Fruchtwechsel. Pflanzen Sie Petersilie nicht dort, wo in den letzten drei bis vier Jahren Petersilie, Möhren, Dill oder Sellerie standen. Sonst kümmert sie oft.

Topf Petersilie auspflanzen geht ab Mitte Mai. Die Töpfe aus dem Supermarkt enthalten viele Pflänzchen dicht an dicht. Teilen Sie den Ballen in drei bis vier Stücke und setzen Sie diese mit etwas Abstand. So bekommen die Pflanzen Luft und wachsen kräftiger nach.

ZeitraumWas passiertWas Sie tun
Ende Februar bis MärzVorziehen möglichauf der Fensterbank aussäen, Samen vorher einweichen
April bis JuliFreilandsaat1 Zentimeter tief säen, feucht halten, nach 2 bis 4 Wochen keimen
ab Mitte MaiAuspflanzenTopf-Petersilie teilen und mit Abstand setzen
Juni bis Oktobererstes Jahr: Blattrosetteäußere Stängel ernten, Herz stehen lassen
Juli bis Augustspäte Saatfür Ernte im Herbst und frühen Frühjahr
WinterPflanze ruhtmit Laub oder Vlies abdecken
Mai bis Juli, zweites JahrBlütevorher kräftig ernten, Samen reifen lassen
Spätsommer, zweites JahrSamenreife, Pflanze stirbt abSamen sammeln oder aussäen lassen

Petersilie anbauen im Topf und auf der Fensterbank

Petersilie anbauen im Topf funktioniert gut, wenn der Topf tief genug ist. Petersilie bildet eine lange Pfahlwurzel. Nehmen Sie ein Gefäß mit mindestens 20 Zentimetern Tiefe, Kräutererde und ein Abzugsloch.

Auf der Fensterbank im Haus braucht Petersilie einen hellen Platz, aber keine pralle Mittagssonne hinter Glas. Gießen Sie lieber oft und wenig. Im Winter wächst sie drinnen langsamer, weil Licht fehlt. Ein Ost- oder Westfenster ist ideal.

Petersilie im Winter anbauen gelingt auch draußen. Die Pflanze ist recht frosthart. Eine Aussaat im Spätsommer überwintert im Beet, unter einer Schicht Laub oder Vlies. Im Frühjahr treibt sie früh aus und liefert die ersten frischen Blätter des Jahres, bevor sie in die Blüte geht.

Petersilie zu Tomaten pflanzen: gute Nachbarn

Petersilie zu Tomaten zu pflanzen ist eine bewährte Mischkultur. Tomaten wachsen in die Höhe, Petersilie bleibt unten und nutzt den Halbschatten. Beide mögen nährstoffreiche, gleichmäßig feuchte Erde. Auch Zwiebeln, Lauch und Radieschen gelten als gute Nachbarn.

Basilikum mit Petersilie pflanzen geht ebenfalls, im Beet wie im großen Kübel. Basilikum braucht mehr Wärme und verträgt keine kalten, nassen Füße. Petersilie möchte es dagegen gleichmäßig feucht. Ein Platz in der Sonne, lockere Erde und regelmäßiges, mäßiges Gießen bringen beide zusammen. Mehr zum Anbau von Basilikum steht auf unserer Seite Basilikum Pflanze.

Weniger gut ist Petersilie neben Kopfsalat. In alten Gärtnerregeln gilt die Kombination als ungünstig, beide wachsen dann schlechter.

Petersilie Ernte: wann und wie?

Die Petersilie Ernte beginnt etwa acht bis zehn Wochen nach der Aussaat, wenn die Pflanze gut handhoch ist. Schneiden Sie immer die äußeren Stängel dicht über dem Boden ab. Das Herz in der Mitte bleibt stehen, aus ihm wachsen neue Blätter nach.

Nicht zu tief schneiden und nie alles auf einmal: dann treibt Petersilie den ganzen Sommer immer wieder durch. Wer größere Mengen erntet, kann sie einfrieren oder trocknen. Getrocknet wird Petersilie milder und etwas heuartig. Deshalb kommt es auf schonende Trocknung und gute Lagerung an.

Petersilie Blüte: was im zweiten Jahr passiert

Die Petersilie Blüte kommt im zweiten Jahr, meist von Mai bis Juli. Aus der Rosette wächst ein kräftiger, hohler Stängel, der 60 Zentimeter bis über einen Meter hoch werden kann. Oben sitzen flache, gelbgrüne Doppeldolden aus vielen winzigen Einzelblüten, die Insekten gern besuchen.

Glatte und krause Petersilie blühen gleich, auch die Blattpetersilie Blüte sieht nicht anders aus. Sobald der Blütenstängel kommt, werden die Blätter kleiner, zäher und herber. Ernten Sie deshalb vorher noch einmal kräftig.

Nach der Blüte reifen die Samen. Sie werden graubraun und fallen bei Berührung leicht aus. Wer sie trocken einsammelt, hat Saatgut fürs nächste Jahr. Lassen Sie einige stehen, sät sich die Petersilie oft selbst aus. Danach stirbt die Mutterpflanze ab.

Pflanze ähnlich Petersilie: Verwechslungen

Viele Doldenblütler haben gefiederte Blätter, deshalb gibt es einige Pflanzen, die Petersilie ähnlich sehen. Die wichtigsten:

  • Koriander: die glatte Petersilie sieht Koriandergrün zum Verwechseln ähnlich. Ein Blatt zerreiben genügt, Koriander riecht ganz anders. Mehr auf unserer Seite Koriander Pflanze.
  • Kerbel: zarter, feiner gefiedert und heller grün, mit einem Duft nach Anis.
  • Liebstöckel: sieht aus wie eine riesige glatte Petersilie und wird bis zu zwei Meter hoch. Er riecht kräftig nach Brühe. Mehr unter Liebstöckel Verwendung.
  • Hundspetersilie: ein Wildkraut aus Gärten und Feldrändern, das nicht in die Küche gehört. Ihre Blätter glänzen auf der Unterseite und riechen beim Zerreiben unangenehm. Ernten Sie nur, was Sie sicher selbst gesät haben.

Vom Feld zur getrockneten Petersilie

Petersilie für das Gewürzregal wird im ersten Jahr geerntet, solange die Blätter jung und aromatisch sind. Die Blätter werden gewaschen, geschnitten und schonend getrocknet. Danach werden sie gerebelt, also so zerkleinert, dass die Stiele weitgehend draußen bleiben.

Gute getrocknete Petersilie erkennen Sie an einer gleichmäßigen, klar grünen Struktur und einem kräuterig-frischen Duft. Ist sie blass, gelblich oder riecht kaum noch, war sie zu lange offen. Unsere BIO-Petersilie gerebelt kommt aus kontrolliert biologischem Anbau, Kontrollstelle DE-ÖKO-009, im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel.

Lagern Sie getrocknete Petersilie dunkel, trocken und luftdicht. Für den Vorrat gibt es Petersilie getrocknet kaufen von 50g bis 1kg.

Petersilie in der Küche

Frisch gehört Petersilie an Salate, Kartoffeln, Fisch und Suppen, getrocknet an Saucen, Dips, Eintöpfe und Gemüse. Bei warmen Gerichten kommt sie am besten gegen Ende der Garzeit dazu. Zum Nachkochen gibt es unser Petersilienpesto und der Gurkensalat mit Petersilie. In unseren Deutschen Kräutern steckt Petersilie zusammen mit Lauch, Majoran und Liebstöckel.

Häufige Fragen

Ist Petersilie mehrjährig?

Nein, Petersilie ist zweijährig. Im ersten Jahr bildet sie Blätter, im zweiten blüht sie, bildet Samen und stirbt danach ab.

Wann pflanzt man Petersilie?

Im Freiland von April bis in den Sommer, vorgezogen ab Ende Februar. Gekaufte Topf-Petersilie setzen Sie ab Mitte Mai ins Beet.

Wie lange brauchen Petersilie Samen zum Keimen?

Meist zwei bis vier Wochen. Einweichen über Nacht und gleichmäßig feuchte Erde beschleunigen die Keimung.

Wann blüht Petersilie?

Im zweiten Jahr, meist von Mai bis Juli, mit gelbgrünen Doppeldolden auf hohen Stängeln.

Wie erntet man Petersilie richtig?

Immer die äußeren Stängel dicht über dem Boden abschneiden und das Herz stehen lassen. So wächst sie den ganzen Sommer nach.

Kann man Petersilie mit Tomaten pflanzen?

Ja, das ist eine bewährte Mischkultur. Die Petersilie nutzt den Halbschatten unter den Tomaten, beide mögen feuchte, nährstoffreiche Erde.

Welche Pflanze sieht aus wie Petersilie?

Koriander, Kerbel, Liebstöckel und die wilde Hundspetersilie. Der Geruch der zerriebenen Blätter verrät den Unterschied sofort.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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