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Flohsamenschalen und Leinsamen – vom zarten Wegerich und vom blauen Flachs

Flohsamenschalen und Leinsamen kommen von zwei ganz verschiedenen Pflanzen. Flohsamenschalen sind die Samenhüllen des Indischen Flohsamens (Plantago ovata), eines kleinen Wegerichgewächses aus Indien. Leinsamen sind die ganzen Samen des Leins (Linum usitatissimum), der in Europa als Flachs mit himmelblauen Blüten bekannt ist. Beide quellen in Flüssigkeit, Flohsamenschalen aber deutlich stärker.

Im Frühsommer leuchten in Osteuropa ganze Felder in zartem Himmelblau, jede Blüte nur einen Vormittag lang. Zur selben Zeit ist im Westen Indiens die Ernte längst vorbei: Dort stehen im Winter niedrige, graugrüne Büschel mit kleinen weißen Ähren in der trockenen Sonne. Aus dem blauen Feld kommen Leinsamen, aus den unscheinbaren Büscheln Flohsamenschalen.

Flohsamenschalen und Leinsamen: zwei Pflanzen, eine Eigenschaft

Flohsamenschalen und Leinsamen werden oft zusammen genannt, weil beide in Flüssigkeit quellen und Teig oder Joghurt binden. Botanisch haben sie nichts miteinander zu tun. Der Flohsamen gehört zu den Wegerichgewächsen, der Lein zu den Leingewächsen.

Auch das, was in Ihre Küche kommt, ist verschieden. Vom Flohsamen nutzen Sie nur die dünne Schale des Samens, vom Lein dagegen den ganzen Samen. Das erklärt, warum Flohsamenschalen so viel stärker binden: Die quellenden Schleimstoffe sitzen bei beiden Pflanzen vor allem in der Samenschale. Die Tabelle zeigt die Unterschiede auf einen Blick.

FlohsamenschalenLeinsamen
PflanzeIndischer Flohsamen (Plantago ovata)Lein, Flachs (Linum usitatissimum)
FamilieWegerichgewächseLeingewächse
Wuchseinjährig, 30 bis 40 cm, Blattrosetteeinjährig, 30 bis über 100 cm, schlanker Stängel
Blütewinzig, weißlich, in kurzen Ährenhimmelblau, fünf Blütenblätter
Was verwendet wirdnur die dünne Samenschaleder ganze Samen
HauptanbauIndien (Gujarat, Rajasthan)Kanada, Russland, Kasachstan, Europa
Aussaat und ErnteHerbst, Ernte im SpätwinterFrühjahr, Ernte im Sommer
In der Küchebindet sehr stark, fast neutralbindet gemahlen, mild nussig
Flohsamenschalen: von der Pflanze zum Gewürz
Flohsamenschalen von Azafran.

Flohsamenschalen: welche Pflanze steckt dahinter?

Flohsamenschalen stammen vom Indischen Flohsamen, botanisch Plantago ovata. Er ist ein enger Verwandter des Spitz- und Breitwegerichs, die bei uns an jedem Wegrand wachsen. In Indien heißt die Pflanze Isabgol.

Unter dem Namen Flohsamen laufen zwei Arten. Neben dem Indischen gibt es den Sand-Flohsamen mit dunklen Samen aus dem Mittelmeerraum. Fast alle Flohsamenschalen im Handel kommen aber vom Indischen Flohsamen. Den Unterschied zwischen ganzen Samen und Schalen erklärt die Seite Flohsamen oder Flohsamenschalen.

Für Brot, Joghurt und Müsli, unsere BIO-Flohsamenschalen und BIO-Leinsamen:

Alle Sorten und Größen: Flohsamenschalen

Indische Flohsamenschalen Pflanze: so wächst Plantago ovata

Die indische Flohsamen-Pflanze ist einjährig und bleibt klein, meist 30 bis 40 Zentimeter hoch. Aus einer Rosette am Boden wachsen schmale, leicht behaarte Blätter. Darüber stehen auf dünnen Stielen kurze, walzenförmige Ähren.

Die Ähren tragen viele winzige, weißliche Blüten. Nach der Blüte bildet jede eine kleine Kapsel, die sich wie mit einem Deckel öffnet. Darin liegen meist zwei Samen, klein, bootförmig und rosa-beige glänzend.

Um jeden Samen liegt eine hauchdünne, helle Hülle. Sie macht nur etwa ein Viertel des Samengewichts aus. Genau diese Hülle wird später zu den federleichten Flocken, die Sie als Flohsamenschalen kennen.

Flohsamenschalen Anbau: Indien und europäischer Anbau

Flohsamen braucht eine kühle, trockene und sonnige Wachstumszeit. In Indien wird er deshalb im Herbst gesät, meist im Oktober oder November, und im Spätwinter geerntet. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen im Westen des Landes, in Gujarat und Rajasthan.

Regen zur Erntezeit ist das größte Risiko. Werden die reifen Samen nass, quellen sie schon auf dem Feld und fallen aus. Gute Ernten brauchen darum trockenes Wetter bis zum Schluss.

Flohsamenschalen aus europäischem Anbau spielen mengenmäßig kaum eine Rolle. Der Indische Flohsamen braucht milde, trockene Winter, die es nördlich der Alpen nicht gibt. Unsere BIO-Flohsamenschalen stammen aus kontrolliert biologischem Anbau in Indien, Kontrollstelle DE-ÖKO-009.

Von der Ähre zur Schale: Ernte und Verarbeitung

Zur Ernte werden die Pflanzen geschnitten und in der Sonne nachgetrocknet. Danach drischt man die Samen aus den Ähren und reinigt sie von Staub, Stängeln und Sand.

Anschließend laufen die Samen durch Schälmühlen. Sie lösen die dünne Schale vom Kern, ohne ihn zu zermahlen. Siebe und Luftstrom trennen dann die leichten Schalen vom schwereren Rest.

Wie sauber dabei gearbeitet wird, zeigt die Reinheit. Unsere Flohsamenschalen haben 99 Prozent Reinheit. Das heißt: höchstens ein Prozent Besatz. Gute Ware erkennen Sie an einer hellen, gleichmäßigen Struktur von Hellbeige bis zu einem ganz hellen Braun.

Leinsamen: der Lein als Pflanze

Leinsamen kommen vom Lein, botanisch Linum usitatissimum, auch Flachs genannt. Er ist eine der ältesten Kulturpflanzen Europas und Vorderasiens. Der Artname bedeutet sinngemäß „der Nützlichste“, denn aus Lein gewann man Fasern für Leinen und Samen für Öl und Küche.

Die Pflanze ist einjährig und wächst als schlanker Stängel mit schmalen, wechselständigen Blättern. Je nach Sorte wird sie 30 bis über 100 Zentimeter hoch. Faserlein ist hoch und kaum verzweigt, Öllein bleibt kürzer und verzweigt sich stärker, damit er mehr Samen trägt.

Die Blüten sind meist himmelblau, mit fünf zarten Blütenblättern. Jede öffnet sich nur für einen Vormittag. Danach bilden sich runde Kapseln, die Leinknoten, mit bis zu zehn flachen, glänzenden Samen.

Leinsamen Anbau: Sorten, Farben und Herkunft

Lein wird im Frühjahr gesät und im Hoch- bis Spätsommer geerntet, wenn die Kapseln braun und trocken sind. Er wächst gut in gemäßigtem Klima. Große Anbaugebiete liegen in Kanada, Russland und Kasachstan, aber auch in vielen Ländern Europas.

Bei den Samen unterscheidet man braune Leinsamen und Goldleinsamen. Die Farbe stammt aus der Samenschale und hängt von der Sorte ab. Braune sind am häufigsten, Goldleinsamen schmecken etwas milder.

Unsere BIO-Leinsamen sind ganze, braune Samen aus kontrolliert biologischem Anbau in Osteuropa. Wie Sie sie mahlen, einweichen und verwenden, steht auf der Seite Leinsamen Verwendung.

Flohsamenschalen und Leinsamen in der Küche

In der Küche ergänzen sich beide gut. Flohsamenschalen binden stark und schmecken fast neutral, sie verschwinden im Gericht. Leinsamen bringen Biss und ein mildes Nussaroma mit. Im Low-Carb-Brot stehen deshalb oft beide auf der Zutatenliste: die Schalen für den Halt, die Leinsamen für Geschmack und Struktur.

Ideen dafür finden Sie bei unseren Low-Carb-Broten und im Leinsamen-Brot. Mengen für Joghurt, Brot und Fruchtaufstrich stehen auf der Seite Was sind Flohsamenschalen?.

Flohsamenschalen Ersatz: Leinsamen statt Schalen

Leinsamen sind der naheliegende Ersatz für Flohsamenschalen, binden aber schwächer. Nehmen Sie gemahlene Leinsamen und etwa die doppelte Menge. Ganze Leinsamen binden kaum, sie bringen nur Biss. Rechnen Sie außerdem mit einer dunkleren Farbe und einem nussigen Ton im Gericht.

Umgekehrt ersetzen Flohsamenschalen gemahlene Leinsamen gut, wenn es um Bindung geht. Dann genügt etwa die halbe Menge. Den Nussgeschmack bringen sie nicht mit. Wer beides im Haus hat, ist mit Flohsamenschalen kaufen und Leinsamen kaufen für fast jedes Rezept gerüstet.

Beide richtig lagern

Flohsamenschalen und Leinsamen lagern Sie trocken, dunkel und gut verschlossen. Bei Flohsamenschalen ist Feuchtigkeit der größte Feind, schon ein nasser Löffel im Beutel lässt sie verklumpen. Leinsamen enthalten viel Öl, darum mögen sie es zusätzlich kühl.

Mahlen Sie beide erst kurz vor dem Gebrauch. Ganze Schalen und ganze Samen halten sich deutlich länger als Pulver. Wir füllen unsere Flohsamenschalen und Leinsamen in wiederverschließbare, licht- und luftundurchlässige Aromaschutzbeutel.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Flohsamenschalen und Leinsamen?

Flohsamenschalen sind nur die Samenhüllen des Indischen Flohsamens, eines Wegerichgewächses. Leinsamen sind die ganzen Samen des Leins. Flohsamenschalen binden viel stärker und schmecken neutral, Leinsamen schmecken nussig.

Von welcher Pflanze kommen Flohsamenschalen?

Vom Indischen Flohsamen (Plantago ovata), einer kleinen, einjährigen Wegerichpflanze, die vor allem im Westen Indiens angebaut wird.

Wo werden Flohsamenschalen angebaut?

Fast ausschließlich in Indien, vor allem in Gujarat und Rajasthan. Europäischer Anbau spielt kaum eine Rolle, weil die Pflanze milde, trockene Winter braucht.

Kann man Flohsamenschalen durch Leinsamen ersetzen?

Ja, mit gemahlenen Leinsamen in etwa doppelter Menge. Sie binden schwächer und bringen eine dunklere Farbe und einen nussigen Ton mit.

Kann man Flohsamenschalen und Leinsamen zusammen verwenden?

Ja, vor allem im Brot. Die Flohsamenschalen sorgen für Halt, die Leinsamen für Biss und Nussaroma.

Wie sieht die Leinpflanze aus?

Ein schlanker, einjähriger Stängel mit schmalen Blättern und himmelblauen Blüten, die nur einen Vormittag offen sind. Die Samen reifen in runden Kapseln.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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