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Bärlauch Pflanze – vom Waldboden bis zur weißen Blüte im Mai

Die Bärlauch Pflanze (Allium ursinum) ist ein mehrjähriges Zwiebelgewächs, das im Frühjahr in feuchten, schattigen Laubwäldern wächst. Geerntet werden die Blätter etwa von März bis zur Blüte im April oder Mai, im Frühsommer zieht die Pflanze wieder ein. Die weißen Sternblüten sind essbar, und im Garten vermehrt sich Bärlauch über Samen und kleine Zwiebeln. Für die Zeit nach der Saison gibt es Bärlauch getrocknet.

Im Februar ist der Waldboden noch braun vom Laub des Vorjahres. Wenige Wochen später stehen dort Tausende grüne Blattspitzen, und an warmen Tagen hängt ein Hauch Knoblauch in der Luft. Bärlauch hat es eilig: Er nutzt das Licht, bevor die Bäume ihre Kronen schließen, blüht im Mai weiß wie Schnee und ist im Juni wieder verschwunden.

Bärlauch Pflanze: was für eine Pflanze ist Bärlauch?

Die Bärlauch Pflanze gehört zu den Lauchgewächsen und ist mit Knoblauch, Zwiebel und Schnittlauch verwandt. Botanisch heißt sie Allium ursinum. Sie ist mehrjährig und überdauert den größten Teil des Jahres als schmale, weiße Zwiebel im Boden.

Aus jeder Zwiebel wachsen meist ein bis zwei längliche, weiche Blätter auf einem eigenen dünnen Stiel. Die Pflanze wird etwa 20 bis 50 Zentimeter hoch. Typisch ist ihr kurzer Auftritt: Sie treibt früh im Jahr aus, sammelt in wenigen Wochen Kraft in der Zwiebel und lässt die Blätter im Frühsommer vergilben. Solche Pflanzen nennt man Frühjahrsgeophyten, wie Buschwindröschen oder Lerchensporn.

Bärlauch: von der Pflanze zum Gewürz
Bärlauch von Azafran.

Wo wächst Bärlauch?

Bärlauch wächst in feuchten, schattigen Laub- und Auwäldern, an Bachufern und in schattigen Parks. Er mag lockeren, humusreichen und eher lehmigen Boden, der im Frühjahr nicht austrocknet. Wo er sich wohlfühlt, bildet er dichte grüne Teppiche, die man oft schon riecht, bevor man sie sieht.

Verbreitet ist Bärlauch in weiten Teilen Europas. In Deutschland findet man ihn vor allem in Laubwäldern der Mittelgebirge und in Flussauen, im Norden seltener. Unter Nadelbäumen und auf trockenem, sandigem Boden wächst er kaum.

Bärlauch für das ganze Jahr: getrocknet, geschnitten und in BIO-Qualität.

Alle Sorten und Größen: Bärlauch

Wann wächst Bärlauch?

Bärlauch wächst von Februar bis Juni, je nach Region, Höhenlage und Wetter. In milden Lagen erscheinen die ersten Spitzen schon Ende Februar, in kühleren Gegenden erst im März. Im April steht er in voller Pracht, im April und Mai blüht er, und im Juni sind die Blätter meist vergilbt. Den Rest des Jahres ruht die Pflanze unsichtbar im Boden. Die Tabelle zeigt das Bärlauchjahr im Überblick.

ZeitraumWas passiertWas Sie tun können
Ende Februar bis Märzerste Blattspitzenerste Ernte, sobald die Blätter handlang sind
März bis Aprilvolle BlattentwicklungHaupternte, zarte Blätter vor der Blüte
April bis MaiBlüteBlüten und Knospen essen, Blätter werden fester
JuniSamen reifen, Blätter vergilbenSamen ernten und aussäen
Juli bis JanuarRuhe als Zwiebel im Bodenim Herbst Zwiebeln oder Jungpflanzen setzen

Bärlauch ernten: wann und wie lange?

Bärlauch ernten Sie von den ersten Blättern im März bis kurz vor der Blüte, also meist bis Ende April. Ab wann? Sobald die Blätter etwa handlang sind. Am zartesten und aromatischsten sind sie, solange die Blütenknospen noch geschlossen sind. Wie lange man Bärlauch ernten kann, hängt also vor allem vom Wetter ab: In einem warmen Frühjahr ist die Erntezeit kürzer.

Richtig ernten heißt: pro Pflanze nur ein Blatt nehmen, mit Messer oder Schere knapp über dem Boden abschneiden und die Zwiebel im Boden lassen. So treibt die Pflanze im nächsten Jahr wieder aus. Ernten Sie am besten an einem trockenen Vormittag und verarbeiten Sie die Blätter bald, denn sie welken schnell.

Bärlauch ernten verboten? Was im Wald erlaubt ist

Bärlauch ernten ist nicht grundsätzlich verboten. Das Naturschutzrecht erlaubt in der Regel, wild wachsende Pflanzen in geringen Mengen für den eigenen Bedarf zu pflücken, oft Handstrauß-Regel genannt. In Schutzgebieten gelten strengere Regeln, und wer größere Mengen sammeln will, braucht eine Genehmigung.

Achten Sie außerdem auf Schilder und örtliche Regeln. Wer im Wald nur einen kleinen Strauß Blätter mitnimmt, schont die Bestände und hat trotzdem genug für Pesto und Butter.

Bärlauch Blüte: wann blüht Bärlauch?

Bärlauch blüht von April bis Mai, in kühlen Lagen auch bis in den Juni. Die Blüten stehen zu mehreren in einer lockeren, kugeligen Dolde auf einem eigenen Stängel über den Blättern. Jede einzelne Blüte ist ein kleiner weißer Stern mit sechs Blütenblättern.

Zur Blütezeit sieht ein Bärlauchwald aus wie frisch bepudert. Der Duft wird dann besonders kräftig, und Bienen und andere Insekten finden hier früh im Jahr reichlich Nahrung.

Sind Bärlauch Blüten essbar?

Ja, die Blüten von Bärlauch sind essbar und schmecken mild nach Knoblauch, mit einer leicht süßlichen Note. Streuen Sie sie über Salat, Kartoffelsalat, Butterbrot oder Suppe. Sie sehen hübsch aus und bringen eine feine Würze mit.

Auch die geschlossenen Knospen und die grünen Samenkapseln werden gegessen. In Essig und Salz eingelegt heißen sie oft Bärlauchkapern und schmecken wie eine milde, lauchige Variante echter Kapern.

Kann man Bärlauch noch essen, wenn er blüht?

Ja, Bärlauch kann man auch noch essen, wenn er blüht. Die Blätter werden dann aber fester, faseriger und schmecken strenger, weil die Pflanze ihre Kraft in Blüte und Samen steckt. Für Pesto und Butter sind junge Blätter vor der Blüte deutlich besser.

Wer Bärlauch ernten will, wenn er blüht, nimmt am besten Blüten und Knospen und lässt die älteren Blätter stehen. Spätestens wenn die Blätter gelb werden, ist die Saison vorbei.

Bärlauch Samen: ernten und aussäen

Nach der Blüte bilden sich grüne, dreiteilige Kapseln mit kleinen schwarzen Samen. Im Juni reifen sie und fallen auf den Boden. Samen von Bärlauch ernten Sie, sobald die Kapseln gelblich werden und sich öffnen.

Bärlauch ist ein Kaltkeimer. Die Samen brauchen eine Kälteperiode, bevor sie keimen. Säen Sie sie darum frisch im Sommer oder Herbst direkt ins Freie, flach mit Erde bedeckt. Gekeimt wird oft erst im folgenden Frühjahr, manchmal noch ein Jahr später. Bis zur ersten Ernte vergehen meist mehrere Jahre, Geduld gehört also dazu.

Bärlauch pflanzen: im Garten und im Topf

Schneller als mit Samen geht es mit Zwiebeln oder Jungpflanzen aus der Gärtnerei. Bärlauch pflanzen Sie am besten im Herbst, von September bis Oktober, oder im zeitigen Frühjahr. Der richtige Standort ist halbschattig bis schattig, etwa unter Laubbäumen oder Sträuchern. Der Boden sollte humusreich, locker und gleichmäßig feucht sein.

Setzen Sie die Zwiebeln etwa 5 bis 10 Zentimeter tief und decken Sie die Fläche im Herbst mit Laub ab.

Bärlauch im Topf pflanzen geht ebenfalls, wenn der Topf tief genug ist und schattig steht. Nehmen Sie ein Gefäß mit mindestens 20 Zentimetern Tiefe, humusreiche Erde und halten Sie sie feucht, aber ohne Staunässe. Pflanzen aus der Gärtnerei haben einen Vorteil: Sie wissen sicher, was da wächst.

Bärlauch ähnliche Pflanze: Maiglöckchen und Herbstzeitlose

Die bekanntesten Pflanzen, die Bärlauch ähnlich sehen, sind Maiglöckchen und Herbstzeitlose. Beide wachsen an ähnlichen Stellen und sind giftig. Bärlauch erkennen Sie an Blättern mit eigenem Stiel, einer matten Blattunterseite und dem Knoblauchduft beim Zerreiben. Die Merkmale im Vergleich haben wir auf der Seite Bärlauch Verwendung zusammengestellt. Pflücken Sie nur, was Sie sicher erkennen.

Vom Waldkraut zum getrockneten Bärlauch

Für getrockneten Bärlauch werden die jungen Blätter im Frühjahr geerntet, gesäubert, geschnitten und schonend bei niedriger Temperatur getrocknet. Je behutsamer das geschieht, desto grüner bleibt die Ware und desto mehr Duft behält sie.

Unser BIO-Bärlauch kommt getrocknet und geschnitten aus kontrolliert biologischem Anbau, Kontrollstelle DE-ÖKO-009. Gute Ware erkennen Sie an sattgrünen Blattstücken und einem klaren, lauchigen Duft beim Öffnen. Wir füllen ihn in wiederverschließbare Aromaschutzbeutel ab, von 50g bis 1kg. So können Sie Bärlauch kaufen, auch wenn im Wald längst Sommer ist.

Bärlauch in der Küche

Bärlauch schmeckt nach Knoblauch, aber milder, grüner und frischer. Am besten passt er zu Quark, Butter, Kartoffeln, Eiern und Pasta, dazu zu Pfeffer, Petersilie und Zitrone. Mengen, Kurzrezept und alle Partner finden Sie auf unserer Seite Bärlauch Verwendung.

Häufige Fragen

Wann kann man Bärlauch ernten?

Je nach Region von Ende Februar oder März bis kurz vor der Blüte, meist bis Ende April. Am zartesten sind die Blätter, solange die Knospen geschlossen sind.

Wo wächst Bärlauch?

In feuchten, schattigen Laub- und Auwäldern, an Bachufern und in schattigen Parks, auf humusreichem, eher lehmigem Boden.

Wann blüht Bärlauch?

Bärlauch blüht von April bis Mai, in kühlen Lagen bis in den Juni, mit weißen Sternblüten in einer lockeren Dolde.

Sind die Blüten von Bärlauch essbar?

Ja. Die Blüten schmecken mild nach Knoblauch und passen über Salat, Suppe oder Butterbrot. Auch Knospen und grüne Samenkapseln werden gegessen, eingelegt als Bärlauchkapern.

Kann man Bärlauch noch essen, wenn er blüht?

Ja, die Blätter sind dann aber fester und schmecken strenger. Für Pesto und Butter sind junge Blätter vor der Blüte besser.

Ist Bärlauch ernten verboten?

Nein, nicht grundsätzlich. Geringe Mengen für den eigenen Bedarf sind meist erlaubt, in Schutzgebieten gelten strengere Regeln.

Kann man Bärlauch im Topf pflanzen?

Ja, in einem mindestens 20 Zentimeter tiefen Topf mit humusreicher, gleichmäßig feuchter Erde an einem schattigen Platz.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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