Mate Strauch: eine Stechpalme aus dem Araukarienwald
Der Mate Strauch (Ilex paraguariensis) ist eine immergrüne Stechpalme aus dem subtropischen Südamerika, die wild zu einem Baum von bis zu 15 Metern heranwächst. Auf Plantagen wird er auf wenige Meter zurückgeschnitten, damit man Blätter und junge Zweige bequem ernten kann. Getrocknet und zerkleinert werden sie zu Mate Tee, wie unser BIO Mate Tee aus Brasilien.
Wer zum ersten Mal einen Beutel Mate öffnet, denkt an Heu, an grünen Tee, vielleicht an frisch gemähtes Gras. Dass dahinter ein Baum steht, ahnt kaum jemand. Er wächst im Halbschatten hoher Araukarien, trägt ledrige, glänzende Blätter und ist ein naher Verwandter der Stechpalme, die bei uns im Winter rote Beeren trägt.
- Mate Strauch: was für eine Pflanze ist Mate?
- Mate Baum oder Mate Strauch?
- Yerba Mate Pflanze: Blätter, Blüte und Früchte
- Wo wächst die Mate Tee Pflanze?
- Mate Tee Anbau: Plantage und Wildsammlung
- Ernte: wann und wie der Mate Strauch geschnitten wird
- Vom Strauch zum Mate Tee: Sapeco, Trocknung, Lagerung
- Mate selber anbauen: geht das in Deutschland?
- Mate Tee wie oft aufgießen? Was die Blätter hergeben
- Vom Strauch in die Tasse
- Häufige Fragen
Mate Strauch: was für eine Pflanze ist Mate?
Der Mate Strauch gehört zu den Stechpalmengewächsen, botanisch heißt er Ilex paraguariensis. Er ist damit ein Verwandter unserer heimischen Stechpalme, nur ohne deren stachelige Blätter. Mit der Teepflanze, aus der grüner und schwarzer Tee entstehen, hat er nichts zu tun.
Die Pflanze ist immergrün und wächst langsam. Ihre Heimat sind die feuchten, warmen Wälder im Süden Brasiliens, im Osten Paraguays und im Nordosten Argentiniens. Dort steht sie im Unterholz der Araukarienwälder, geschützt von den Kronen der großen Bäume.
Für Mate Tee verwendet man Blätter und dünne Zweige. Sie enthalten von Natur aus Koffein, wie Kaffeebohnen und Teeblätter. Je nach Region nennt man das Kraut Yerba Mate, Erva-Mate oder bei uns schlicht Matetee.

Mate Baum oder Mate Strauch?
Beides ist richtig, es kommt auf den Standort an. Wild wachsend wird der Mate Baum 12 bis 15 Meter hoch, mit einem Stamm, der bei alten Exemplaren einen halben Meter dick werden kann. Auf Plantagen hält man ihn dagegen als Mate Strauch von zwei bis fünf Metern Höhe.
Der Rückschnitt hat einen einfachen Grund. Ein niedriger, buschiger Mate Tee Baum treibt nach jedem Schnitt viele junge Zweige mit frischen Blättern. Die Erntehelfer erreichen sie vom Boden aus, ohne Leiter. So wird aus dem Yerba Mate Baum der Wälder ein gut erntbarer Mate Tee Strauch.
Auch der Name Yerba Tee Strauch taucht gelegentlich auf. Gemeint ist immer dieselbe Pflanze. „Yerba“ bedeutet auf Spanisch einfach Kraut.
Blätter und Zweige vom Mate Strauch, lose und in Bio-Qualität, für Tasse und Kalebasse:
Yerba Mate Pflanze: Blätter, Blüte und Früchte
Die Blätter der Yerba Mate Pflanze sind ledrig, oval und meist 5 bis 10cm lang. Ihr Rand ist fein gesägt, die Oberseite dunkelgrün und glänzend. Zerreibt man ein frisches Blatt, riecht es grün und leicht herb, noch weit entfernt vom Duft des fertigen Mate.
Im südamerikanischen Frühling, etwa von Oktober bis Dezember, blüht der Strauch mit kleinen, weißlichen Blüten. Die Pflanze ist zweihäusig: Es gibt männliche und weibliche Exemplare. Nur die weiblichen tragen später Früchte, wenn ein männlicher Strauch in der Nähe steht.
Aus den Blüten werden kleine, runde Steinfrüchte, erst grün, dann rot und reif fast schwarz-violett. In der Natur verbreiten Vögel die Samen. Für den Tee spielen Blüten und Früchte keine Rolle, geerntet wird allein das Laub mit den jungen Zweigen.
| Merkmal | Mate (Ilex paraguariensis) |
|---|---|
| Familie | Stechpalmengewächse, verwandt mit der heimischen Stechpalme |
| Wuchs | immergrün, wild 12 bis 15 Meter, auf Plantagen 2 bis 5 Meter |
| Blätter | ledrig, oval, fein gesägt, meist 5 bis 10cm lang |
| Blüte | klein, weißlich, Oktober bis Dezember; männliche und weibliche Pflanzen |
| Früchte | kleine Steinfrüchte, reif dunkelviolett |
| Heimat | Südbrasilien, Ostparaguay, Nordostargentinien |
| Ernte | Blätter und junge Zweige, vor allem Mai bis September |
| In Deutschland | Kübelpflanze, hell und kühl überwintern |
Wo wächst die Mate Tee Pflanze?
Die Mate Tee Pflanze wächst in einem recht kleinen Gebiet Südamerikas. Dazu gehören die brasilianischen Bundesstaaten Paraná, Santa Catarina, Rio Grande do Sul und Mato Grosso do Sul, der Osten Paraguays und die argentinischen Provinzen Misiones und Corrientes.
Das Klima dort ist subtropisch: warme, feuchte Sommer, milde Winter mit gelegentlichem leichtem Frost und viel Regen übers Jahr verteilt. Der Mate Strauch liebt tiefgründige, saure Böden, oft die typische rote Erde dieser Region. Staunässe und Trockenheit verträgt er schlecht.
Genutzt wurde das Kraut zuerst von den Guaraní, die dort lebten. Später legten Jesuiten im 17. Jahrhundert die ersten Pflanzungen an. Unser Mate stammt aus Brasilien, aus dem Bundesstaat Paraná.
Mate Tee Anbau: Plantage und Wildsammlung
Beim Mate Tee Anbau gibt es zwei Wege. Auf Plantagen stehen die Sträucher in Reihen, meist in voller Sonne. Das bringt hohe Erträge und gleichmäßige Ware. In Brasilien wird Mate daneben noch in den Wäldern gesammelt, oft von Sträuchern, die im Schatten der Araukarien stehen.
Mate aus dem Schatten wächst langsamer und hat oft größere, dunklere Blätter. Viele Mate-Kenner schätzen ihn als besonders mild. Plantagen-Mate aus der Sonne wirkt dagegen kräftiger und herber.
Die jungen Pflanzen werden in Baumschulen aus Samen gezogen. Das braucht Geduld, denn die Samen keimen langsam und unregelmäßig. Nach etwa einem Jahr kommen sie aufs Feld, und die erste richtige Ernte folgt einige Jahre später. Ein gepflegter Strauch liefert danach über Jahrzehnte Blätter.
Ernte: wann und wie der Mate Strauch geschnitten wird
Die Haupternte fällt in den südamerikanischen Winter, ungefähr von Mai bis September. Dann ruht der Strauch und die Blätter sind ausgereift. Mancherorts schneidet man im Sommer ein zweites Mal leicht nach.
Geerntet wird meist von Hand. Die Erntehelfer schneiden ganze Zweige mit Laub ab und bündeln sie. Einen Strauch beerntet man nur alle ein bis zwei Jahre kräftig, damit er sich erholen kann. Die Bündel müssen am selben Tag in die Verarbeitung, sonst beginnen die Blätter zu welken und braun zu werden.
Vom Strauch zum Mate Tee: Sapeco, Trocknung, Lagerung
Damit aus grünen Zweigen Mate Tee wird, braucht es mehrere Schritte. Jeder davon prägt später den Charakter in der Tasse.
- Sapeco: Die frischen Zweige werden für kurze Zeit über offenes Feuer oder durch eine heiße Trommel geführt. Die Blätter knistern und bleiben grün, weil die Hitze ihr Braunwerden stoppt.
- Trocknung: Danach trocknen Blätter und Zweige stundenlang mit warmer Luft. Beim traditionellen Barbacuá geschieht das langsam über Holzrauch, das gibt eine rauchige Note.
- Grobe Zerkleinerung: Die trockene Ware wird grob gebrochen. Fachleute nennen das Ergebnis Canchada.
- Lagerung oder sofort weiter: In Argentinien und Paraguay lagert Mate oft monatelang, bis er milder wird. In Südbrasilien wird er frisch vermahlen und bleibt leuchtend grün.
- Mahlen und Mischen: Zum Schluss wird gemahlen und gesiebt. Je nach Sorte bleiben mehr oder weniger Zweige und feiner Staub im fertigen Mate.
Die Verarbeitung entscheidet mit über den Geschmack. Frischer, grüner Mate wirkt grasig und herb, lange gelagerter Mate runder. Mehr zum Geschmack, zur Zubereitung und zu passenden Begleitern lesen Sie in unserem Ratgeber Was ist Mate? Mate Tee Zubereitung. Unser Mate Tee lose ist Schnittware aus Blättern und Zweigen mit kräftigem, frisch-grünlichem Duft.
Mate selber anbauen: geht das in Deutschland?
Mate selber anbauen ist möglich, aber eher ein Liebhaberprojekt. Der Strauch ist nicht winterhart. Junge Pflanzen vertragen keinen Frost, ältere höchstens kurze, leichte Nachtfröste. In Deutschland gehört eine Mate Pflanze deshalb in einen Kübel.
Für Mate Pflanze anbauen gilt:
- Erde: sauer und humusreich, etwa Rhododendronerde, mit guter Drainage. Kalkhaltiges Wasser mag Mate nicht, Regenwasser ist ideal.
- Standort: im Sommer draußen hell, aber vor praller Mittagssonne geschützt. Junge Pflanzen wachsen in der Natur im Halbschatten.
- Winter: hell und kühl bei etwa 5 bis 12 Grad, zum Beispiel im Treppenhaus oder Wintergarten. Weniger gießen, aber nie ganz austrocknen lassen.
- Aussaat: Die Samen keimen langsam und oft nur zum Teil. Rechnen Sie mit mehreren Monaten. Einfacher ist eine junge Pflanze aus einer spezialisierten Gärtnerei.
Mate Tee selber anbauen heißt auch: Geduld bei der Ernte. Ein Kübelstrauch wächst langsam und liefert jedes Jahr nur eine kleine Menge Blätter. Für eine Kalebasse brauchen Sie dagegen gut eine Handvoll getrockneten Mate.
Wer trotzdem ernten will, schneidet ein paar Zweige, erhitzt die Blätter kurz in einer trockenen Pfanne und trocknet sie dann luftig im Schatten. Danach zerreiben, fertig. Der Tee aus dem eigenen Strauch schmeckt meist milder als gekaufter Mate. Für die tägliche Tasse greifen Sie besser zu loser Ware.
Mate Tee wie oft aufgießen? Was die Blätter hergeben
In der Kalebasse können Sie Mate 10- bis 15-mal aufgießen, bis er blass schmeckt. In der Tasse reicht es meist für zwei, höchstens drei Aufgüsse. Das liegt am Aufbau des Krauts: Blätter und Zweige geben Aroma und Farbe nicht auf einmal ab, sondern nach und nach.
Die feinen Blattteile und der Staub liefern gleich am Anfang den kräftigen, herben Geschmack. Gröbere Stücke und Zweige halten länger durch. Mate mit vielen Zweigen bleibt deshalb über viele Aufgüsse gleichmäßiger. Zu heißes Wasser laugt die Blätter schneller aus und macht den Tee bitter. Ideal sind 70 bis 80 Grad.
Alle Schritte für Kalebasse, Tasse und Kanne finden Sie im Ratgeber Mate Tee Zubereitung. Wie sich die Mate-Sorten nach Zweiganteil, Röstung und Herkunft unterscheiden, zeigt unsere Seite Mate Sorten.
Vom Strauch in die Tasse
Die Reise vom Araukarienwald bis zu Ihnen ist lang. Damit vom grünen Duft des Strauchs möglichst viel ankommt, füllen wir unseren BIO Mate Tee in wiederverschließbare, licht- und luftdichte Aromaschutzbeutel ab. Die Ware stammt aus kontrolliert biologischem Anbau, Kontrollstelle DE-ÖKO-009.
Beim Öffnen sollte Mate kräftig und frisch-grünlich duften. Die Blätter wirken trocken und gleichmäßig geschnitten. Lagern Sie ihn trocken, dunkel und fern von stark duftenden Gewürzen, denn Mate nimmt Gerüche gern an. Für eine Tasse genügen 1 bis 2 EL auf 250ml Wasser. Die 250g-Packung für 11,99 EUR (inkl. MwSt.) reicht für viele Kannen.
Häufige Fragen
Ist Mate ein Strauch oder ein Baum?
Beides. Wild wächst Mate zu einem Baum von 12 bis 15 Metern, auf Plantagen wird er als Strauch von zwei bis fünf Metern gehalten, damit man gut ernten kann.
Wie heißt die Mate Tee Pflanze botanisch?
Ilex paraguariensis. Sie gehört zu den Stechpalmengewächsen und ist mit der Teepflanze nicht verwandt.
Wo wächst Mate?
In Südbrasilien, im Osten Paraguays und im Nordosten Argentiniens, oft im Halbschatten der Araukarienwälder.
Welche Teile der Pflanze werden für Mate Tee verwendet?
Die Blätter und die dünnen jungen Zweige. Blüten und Früchte spielen keine Rolle.
Kann man Mate in Deutschland anbauen?
Ja, als Kübelpflanze in saurer Erde. Der Strauch ist nicht winterhart und überwintert hell bei etwa 5 bis 12 Grad. Die Ernte bleibt klein.
Wie oft kann man Mate Tee aufgießen?
In der Kalebasse 10- bis 15-mal, in der Tasse meist zwei- bis dreimal. Wasser von 70 bis 80 Grad schont die Blätter.
Ist Mate mit der Stechpalme verwandt?
Ja. Beide gehören zur Gattung Ilex. Mate hat allerdings keine stacheligen Blätter.
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