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Echtes Johanniskraut: woran Sie gutes Teekraut erkennen

Echtes Johanniskraut ist die Art Hypericum perforatum, auch Tüpfel-Johanniskraut genannt, und nur sie ist das klassische Teekraut. Von den vielen anderen Johanniskraut Arten unterscheidet sie sich durch durchscheinend punktierte Blätter und einen runden Stängel mit zwei Längsleisten. Gute getrocknete Ware ist grün bis olivgrün mit gelben Blütenteilen und duftet mild nach Heu.

Im Juli leuchten an Wegrändern gleich mehrere gelbe Johanniskräuter, und von Weitem sehen sie fast gleich aus. Erst wer ein Blatt gegen die Sonne hält, sieht den Unterschied: Beim echten Johanniskraut schimmern winzige helle Punkte, als hätte jemand mit einer Nadel hineingestochen. Dieselbe Sorgfalt lohnt sich, wenn Sie getrocknetes Johanniskraut für Ihre Teedose kaufen.

Echtes Johanniskraut: Hypericum perforatum

Echtes Johanniskraut ist eine von mehreren hundert Arten der Gattung Hypericum. Botanisch heißt es Hypericum perforatum, im Volksmund auch Tüpfel-Johanniskraut oder Durchlöchertes Johanniskraut. Wenn von Johanniskraut als Teekraut die Rede ist, ist immer diese Art gemeint.

Das Wort „echt“ im Namen ist kein Gütesiegel. Es bezeichnet die Art, so wie bei Echtem Lavendel oder Echter Kamille. Auf einer guten Packung steht deshalb der botanische Name, wie bei unserem BIO-Johanniskraut.

Wie die Pflanze wächst, blüht und geerntet wird, beschreibt unser Ratgeber Johanniskraut pflanzen. Auf dieser Seite geht es um die Frage, welches Johanniskraut in die Tasse gehört und woran Sie gute Qualität erkennen.

Johanniskraut: Sorten und Qualität
Johanniskraut von Azafran.

Johanniskraut Arten: welche gibt es?

Johanniskraut Arten gibt es weltweit mehrere hundert, von kleinen Polstern bis zu mannshohen Sträuchern. In Mitteleuropa wachsen etwa ein Dutzend wild. Diesen begegnen Sie am häufigsten:

  • Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum): runder Stängel mit zwei Leisten, Blätter voller heller Punkte. Das Teekraut, auf trockenen Wiesen und an Wegrändern.
  • Geflecktes oder Kanten-Johanniskraut (Hypericum maculatum): vierkantiger Stängel, kaum durchscheinende Punkte. Wächst gern auf feuchten Bergwiesen.
  • Geflügeltes Johanniskraut (Hypericum tetrapterum): vierkantig mit schmalen Flügelleisten, an Gräben und nassen Stellen.
  • Behaartes Johanniskraut (Hypericum hirsutum): weich behaarte Stängel und Blätter, an Waldrändern und in lichten Wäldern.
  • Niederliegendes Johanniskraut (Hypericum humifusum): klein und kriechend, auf sandigen Äckern und Wegen.

Dazu kommen Gartenformen, etwa das Großkelchige Johanniskraut als Bodendecker und Ziersträucher mit roten oder schwarzen Beeren. Für den Tee spielen sie keine Rolle.

Echtes Johanniskraut, Hypericum perforatum, in BIO-Qualität und geschnitten für Tee:

Alle Sorten und Größen: Johanniskraut

Echtes und falsches Johanniskraut unterscheiden

Mit „falschem Johanniskraut“ sind meist die verwandten Arten gemeint, die dem echten ähnlich sehen. Am häufigsten verwechselt wird es mit dem Kanten-Johanniskraut, das oft auf denselben Wiesen wächst.

Drei Merkmale trennen beide sicher. Echtes Johanniskraut hat einen runden Stängel mit zwei feinen Leisten, das Kanten-Johanniskraut einen vierkantigen. Hält man ein Blatt des echten gegen das Licht, ist es mit hellen Punkten übersät, beim Kanten-Johanniskraut fehlen sie fast ganz. Und die Kelchblätter des echten laufen spitz zu, beim Kanten-Johanniskraut sind sie stumpf.

Wo beide nebeneinander wachsen, kreuzen sie sich auch, und die Mischformen sind kaum zu bestimmen. Wer selbst sammelt, nimmt deshalb nur, was er sicher erkennt. Gekaufte Ware trägt den botanischen Namen, und darauf dürfen Sie achten.

Johanniskraut Sorten im Handel: Kraut, Blüten, Schnitt

Die Johanniskraut Sorten im Teehandel unterscheiden sich weniger durch die Pflanze als dadurch, was geerntet und wie es geschnitten wurde. Diese Formen begegnen Ihnen:

  • Kraut geschnitten: blühende Triebspitzen mit Blättern, Blüten und feinen Stängeln, auf Teegröße geschnitten. Die übliche Form für Tee, so wie unseres.
  • Johanniskrautblüten: nur Blüten und Knospen, deutlich gelber und teurer, weil die Ernte aufwendig ist.
  • Ganzes Kraut: lange Triebe im Bund getrocknet, eher für Liebhaber, die selbst schneiden.
  • Pulver: fein gemahlenes Kraut, für Tee unpraktisch, weil der Aufguss trüb wird.

Für den Feldanbau wurden eigene Zuchtsorten des echten Johanniskrauts entwickelt, die gleichmäßiger wachsen und reicher blühen. Für Sie als Teetrinker zählt am Ende, wie die getrocknete Ware aussieht, riecht und in der Tasse wird.

Ein Johanniskrautstrauch aus der Gärtnerei ist dagegen eine eigene Art und kein Teekraut. Welche Ziersträucher es gibt, steht im Ratgeber zur Pflanze.

Woran erkenne ich gute Johanniskraut Qualität?

Gute Johanniskraut Qualität erkennen Sie mit Augen und Nase, noch bevor Wasser im Spiel ist. Die Tabelle zeigt, worauf wir als Händler achten und was Sie selbst prüfen können.

Ein hoher Anteil an Blüten und Knospen spricht für eine gute Ernte, denn Johanniskraut wird zur Hauptblüte geschnitten. Ein paar Stängelstücke gehören dazu, sie stecken in jedem geschnittenen Kraut. Werden sie zur Hauptsache, wurde zu tief geschnitten.

Reiben Sie eine Prise zwischen den Fingern und riechen Sie daran. Gutes Kraut duftet nach Heu und trockener Sommerwiese, ruhig und ohne dumpfen Beiklang.

MerkmalGute WareWarnzeichen
Farbegrün bis olivgrün, dazwischen gelbe und bräunliche Blütenstückefahl graubraun, kaum Blütenteile
Duftmild nach Heu und Sommerwiesemuffig, staubig oder kaum wahrnehmbar
Schnittgleichmäßig, wenige grobe Stängelviel Staub oder dicke, holzige Stängelstücke
Grifftrocken, rieselt lockerklumpig, weich oder feucht
Aufgussklar, goldgelb bis bernsteinfarbentrüb, mit dumpfem Geruch
Packungbotanischer Name, lichtdichter BeutelArt nicht angegeben, durchsichtige Tüte

Welches Johanniskraut ist das beste?

Welches lose Johanniskraut zum Aufbrühen das beste ist, erkennen Sie an fünf Dingen. Achten Sie auf den botanischen Namen, die Bio-Kontrolle, den Anteil an Blüten, den Duft beim Öffnen und einen Beutel, der Licht und Luft draußen hält.

Das beste Johanniskraut für Sie ist am Ende das, dessen Aufguss Ihnen schmeckt. Probieren Sie eine kleinere Packung, bevor Sie einen Vorrat anlegen.

Johanniskraut Kosten: warum Preise schwanken

Johanniskraut kostet je nach Form und Qualität unterschiedlich viel. Das hat handfeste Gründe:

  • Erntezeit: Geschnitten wird nur zur Blüte, in wenigen Wochen im Sommer. Fällt der Sommer verregnet aus, wird gute Ware knapp.
  • Ausbeute: Aus mehreren Kilo frischem Kraut wird beim Trocknen nur ein Kilo Tee.
  • Blütenanteil: Reine Blüten oder blütenreiches Kraut kosten mehr als Ware mit vielen Stängeln.
  • Bio-Anbau: Kontrollierter Anbau mit Handarbeit gegen Beikräuter ist aufwendiger.
  • Trocknung und Reinigung: Schonend bei mäßiger Wärme getrocknet, gesiebt und von Fremdteilen befreit, bleiben Farbe und Duft besser erhalten.

Wer Preise vergleicht, vergleicht deshalb am besten auch Form und Blütenanteil. Unser Johanniskraut kaufen Sie in 250g, 500g und als 1kg-Packung.

Echtes Johanniskraut Verwendung in der Teetasse

Echtes Johanniskraut verwenden Sie vor allem als Tee: 1 bis 2 Teelöffel geschnittenes Kraut pro Tasse mit heißem Wasser übergießen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Der Aufguss wird klar, goldgelb bis bernsteinfarben und mild krautig mit fein herbem Ende.

Gern kommt es mit Melisse, Kamille oder Minze in eine Mischung. Mengen, Mischungen und Geschmack stehen ausführlich in Johanniskraut Verwendung. Wie Sie die Partner zubereiten, erklären unsere Seiten zum Melissentee und zum Kamillentee.

Johanniskraut lagern: so bleibt die Qualität

Johanniskraut verliert vor allem durch Licht, Wärme und Feuchtigkeit an Farbe und Duft. Lagern Sie es trocken, kühl, dunkel und luftdicht, am besten im verschlossenen Beutel oder in einer dichten Teedose. Ein Glas im sonnigen Regal ist der schnellste Weg zu blassem, strohigem Kraut.

Brauchen Sie geöffnete Ware am besten innerhalb eines Jahres auf. Riecht das Kraut nach Monaten noch nach Heu und ist grün, ist es gut. Ist es grau und geruchlos, wird auch der Tee flach.

Unser BIO-Johanniskraut

Unser BIO-Johanniskraut geschnitten ist echtes Johanniskraut, Hypericum perforatum, aus kontrolliert biologischem Anbau in Polen und abgefüllt in Deutschland, Kontrollstelle DE-ÖKO-009. Im Beutel ist es grün und braun mit gelben Blütenstückchen und riecht nach trockener Sommerwiese.

Sie bekommen es in 250g, 500g und 1kg, jeweils im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel. Für gelegentliche Tassen reicht die kleine Packung lange, wer regelmäßig mischt, greift zur größeren.

Häufige Fragen

Was ist echtes Johanniskraut?

Die Art Hypericum perforatum, auch Tüpfel-Johanniskraut genannt. Nur sie ist das klassische Teekraut, die anderen Arten der Gattung sind Wildpflanzen oder Ziersträucher.

Welche Johanniskraut Arten gibt es?

Weltweit mehrere hundert. In Mitteleuropa wachsen unter anderem Echtes, Kanten-, Geflügeltes, Behaartes und Niederliegendes Johanniskraut wild, dazu kommen Zierformen im Garten.

Wie unterscheidet man echtes und falsches Johanniskraut?

Echtes Johanniskraut hat einen runden Stängel mit zwei Leisten und Blätter voller heller Punkte. Kanten-Johanniskraut hat einen vierkantigen Stängel und kaum Punkte.

Welches Johanniskraut ist das beste?

Für Tee ist gutes Johanniskraut grün bis olivgrün mit gelben Blütenteilen, duftet nach Heu und trägt den botanischen Namen Hypericum perforatum auf der Packung.

Warum kostet Johanniskraut unterschiedlich viel?

Wegen der kurzen Ernte zur Blüte, der geringen Ausbeute beim Trocknen, des Blütenanteils und des aufwendigeren Bio-Anbaus.

Wie lagert man Johanniskraut richtig?

Trocken, kühl, dunkel und luftdicht. Geöffnete Ware am besten innerhalb eines Jahres aufbrauchen.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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