Estragon Pflanze – das Drachenkraut mit dem Anisduft
Die Estragon Pflanze (Artemisia dracunculus) ist eine mehrjährige, winterharte Staude aus der Familie der Korbblütler, die 60 bis 150 Zentimeter hoch wird. Im Spätsommer trägt sie kleine, kugelige, gelblich-weiße Blüten in lockeren Rispen. Geerntet werden die schmalen Blätter von Mai bis September, am aromatischsten kurz vor der Blüte.
Streifen Sie im Garten mit der Hand über einen Estragonbusch, und sofort hängt ein feiner Duft nach Anis und Heu in der Luft. Die Pflanze selbst wirkt bescheiden: schmale, glänzende Blätter, dünne Stängel, im Spätsommer winzige Blütenkugeln. Dabei steckt in diesem unscheinbaren Kraut eines der feinsten Aromen der französischen Küche.
- Estragon Pflanze: was für eine Pflanze ist Estragon?
- Französischer und russischer Estragon: zwei Pflanzen, ein Name
- Estragon Blüte: wie blüht Estragon?
- Russischer Estragon Blüte und französischer Estragon Blüte
- Estragon Blüten essbar? Und blüht er noch essbar?
- Estragon Samen: Aussaat nur beim russischen Estragon
- Estragon pflanzen: Standort und Anbau
- Estragon ernten: wann und wie?
- Estragon ähnliche Pflanze: Verwechslungen im Beet
- Estragon Herkunft und Geschichte
- Estragon Pflanze und Verwendung: vom Beet in die Küche
- Häufige Fragen
Estragon Pflanze: was für eine Pflanze ist Estragon?
Estragon ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Korbblütler, botanisch Artemisia dracunculus. Zur selben Gattung gehören Beifuß und Wermut. Die Pflanze wird je nach Sorte 60 bis 150 Zentimeter hoch und breitet sich über unterirdische Ausläufer aus.
Die Blätter sind schmal, lanzettlich und glattrandig, an der Oberseite leicht glänzend. Im Herbst zieht die Pflanze ein, die oberirdischen Teile sterben ab. Im Frühjahr treibt sie aus dem Wurzelstock wieder aus.
Ist die Estragon Pflanze mehrjährig? Ja, ein gut eingewachsener Estragon trägt viele Jahre. Damit sein Aroma kräftig bleibt, teilen viele Gärtner den Wurzelstock alle drei bis vier Jahre.

Französischer und russischer Estragon: zwei Pflanzen, ein Name
Im Garten begegnen Ihnen vor allem zwei Formen. Der französische Estragon, oft auch deutscher Estragon genannt, ist die aromatische Küchenform. Er wächst niedriger und zierlicher, bildet kaum keimfähige Samen und wird deshalb über Teilung und Stecklinge vermehrt.
Der russische Estragon wächst höher, robuster und üppiger. Er blüht reichlich, bildet Samen und ist sehr winterhart. Sein Aroma ist deutlich milder und leicht bitter.
Für die Küche zählt der Duft. Wie sich die beiden im Geschmack unterscheiden und wofür Sie welchen nehmen, steht auf unserer Seite Estragon Verwendung. Die Tabelle unten stellt die beiden Pflanzen nebeneinander.
| Merkmal | Französischer (deutscher) Estragon | Russischer Estragon |
|---|---|---|
| Wuchshöhe | 60 bis 90 Zentimeter | bis 150 Zentimeter |
| Duft der Blätter | kräftig nach Anis | mild, leicht grasig |
| Blüte | selten, spärlich | reichlich, August bis Oktober |
| Samen | kaum keimfähig | keimfähig |
| Vermehrung | Teilung, Stecklinge, Jungpflanze | Aussaat oder Teilung |
| Winterhärte | winterhart, in kalten Lagen Schutz | sehr winterhart |
Unser BIO Estragon, gerebelt und getrocknet:
Estragon Blüte: wie blüht Estragon?
Estragon blüht im Spätsommer, meist von August bis Oktober. Die Blüten sind winzige, kugelige Köpfchen von wenigen Millimetern Durchmesser. Sie hängen in lockeren, verzweigten Rispen an den Triebspitzen.
Wer Bilder der Estragon Blüte sucht, erwartet oft eine auffällige Blume. Tatsächlich sieht man die Blüten erst beim genauen Hinsehen. Sie sind gelblich-grün bis cremeweiß, darum ist bei der Estragon Blüte manchmal von weiß die Rede.
Bestäubt werden Estragonblüten vor allem durch den Wind, wie bei Beifuß und Wermut. Darum duften sie kaum und locken auch nur wenige Insekten an.
Russischer Estragon Blüte und französischer Estragon Blüte
Der russische Estragon blüht verlässlich und üppig. Seine Rispen stehen im Spätsommer dicht an den hohen Trieben, und aus den Blüten reifen keimfähige Samen.
Der französische Estragon blüht deutlich seltener und spärlicher. Manche Pflanzen zeigen jahrelang keine einzige Blüte. Wenn er blüht, sind die Blüten meist steril und bringen keine Samen hervor.
Blüht Ihr Estragon reich und sät sich sogar aus, ist es sehr wahrscheinlich russischer Estragon.
Estragon Blüten essbar? Und blüht er noch essbar?
Ja, die Blüten des Estragons sind essbar. Sie schmecken milder als die Blätter, mit einem leichten Anishauch. Estragon Blüten verwenden Sie am besten frisch, als feine Dekoration auf Salat, in Kräuteressig oder zu Fisch.
Auch ein Estragon, der gerade blüht, ist noch essbar. Die Blätter bleiben verwendbar, werden aber etwas fester und verlieren an Duft. Darum ernten Sie für den Vorrat lieber vor der Blüte.
Estragon Samen: Aussaat nur beim russischen Estragon
Estragon Samen im Handel sind fast immer Samen des russischen Estragons. Der französische bildet kaum keimfähige Samen und lässt sich so nicht ziehen. Wer französischen Estragon möchte, kauft eine junge Pflanze.
Die Samen sind sehr fein. Säen Sie sie ab März auf der Fensterbank aus, drücken Sie sie nur leicht an und bedecken Sie sie kaum mit Erde. Bei etwa 20 Grad keimen sie nach ein bis zwei Wochen. Ab Mitte Mai dürfen die Jungpflanzen ins Freie.
Estragon pflanzen: Standort und Anbau
Estragon pflanzen Sie im Frühjahr an einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Er mag lockeren, durchlässigen Boden und verträgt keine Staunässe. Lassen Sie 40 bis 50 Zentimeter Abstand zur nächsten Pflanze, denn er wird breit.
Französischen Estragon pflanzen Sie als gekaufte Jungpflanze oder vermehren ihn selbst. Im Frühjahr teilen Sie dafür den Wurzelstock, im Frühsommer schneiden Sie Stecklinge aus jungen Trieben.
Im Topf gedeiht Estragon ebenfalls, wenn das Gefäß mindestens 20 Zentimeter tief ist. Der russische Estragon ist sehr winterhart. Der französische freut sich in kalten Lagen über eine Schicht Laub oder Reisig im Winter. Wer kein Beet hat, greift zu getrocknetem Estragon aus dem Aromaschutzbeutel.
Estragon ernten: wann und wie?
Die Erntezeit für Estragon reicht von Mai bis September. Wann Sie Estragon ernten, hängt vom Zweck ab: Für die Küche schneiden Sie laufend frische Triebspitzen. Für den Vorrat ist der Zeitpunkt kurz vor der Blüte ideal, dann tragen die Blätter am meisten Duft.
Richtig ernten heißt: an einem trockenen Vormittag ganze Triebe etwa eine Handbreit über dem Boden abschneiden. Lassen Sie ein Drittel der Pflanze stehen, dann treibt sie zügig nach. Im Herbst wird nicht mehr stark geschnitten, damit sie gut über den Winter kommt.
Zum Trocknen hängen Sie die Triebe gebündelt an einen luftigen, schattigen Ort und rebeln danach die Blätter ab. Was im Beet zu viel wird, finden Sie fertig getrocknet als BIO Estragon gerebelt.
Estragon ähnliche Pflanze: Verwechslungen im Beet
Die häufigste Verwechslung ist die zwischen französischem und russischem Estragon. Beide sehen sich ähnlich, unterscheiden sich aber im Duft. Reiben Sie ein Blatt zwischen den Fingern: Kräftiger Anisduft spricht für französischen Estragon, ein schwacher, grasiger Duft für russischen.
Ähnlich riecht auch der Mexikanische Estragon, eine Studentenblume (Tagetes lucida) mit gelben Blüten. Er ist botanisch nicht verwandt, hat aber ebenfalls eine Anisnote. Die engen Verwandten Beifuß und Wermut haben dagegen einen herben Duft und gefiederte, oft silbrige Blätter.
Estragon Herkunft und Geschichte
Die Wildform des Estragons stammt vermutlich aus Südrussland, Sibirien und Zentralasien. Auch in Teilen Nordamerikas wächst sie wild. Seine Heimat erklärt, warum der russische Estragon so robust und kältefest ist.
Der botanische Name dracunculus bedeutet kleiner Drache. Er spielt der Überlieferung nach auf die gewundenen, schlangenartigen Wurzeln an. Auch das Wort Estragon geht über das Französische und Arabische auf diesen Drachen zurück.
Nach Europa kam die Pflanze wohl im Mittelalter, unter anderem über arabische Händler. Richtig berühmt wurde Estragon in Frankreich, wo er heute zu den Fines herbes und in die Sauce Béarnaise gehört.
Estragon Pflanze und Verwendung: vom Beet in die Küche
Verwendet werden vom Estragon die Blätter, frisch oder getrocknet. Sie duften nach Anis, schmecken leicht süßlich, kräuterig und fein bittersüß. Am schönsten kommen sie in hellen Saucen, Geflügel, Fisch, Eiern und Kräuterbutter zur Geltung, mehr dazu unter Estragon Verwendung.
Im großen Anbau wird Estragon wie im Garten kurz vor der Blüte geschnitten, schonend getrocknet und gerebelt. Gute Ware erkennen Sie an grüner bis grünlich-gelber Farbe und einem klaren Kräuterduft beim Öffnen. Unseren Estragon gibt es aus kontrolliert biologischem Anbau, Kontrollstelle DE-ÖKO-009, im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel.
Probieren Sie frische oder getrocknete Blätter im Sommer auch als eigene Note im Gurkensalat, in der Kräuterbutter oder in einer Erdbeer-Limonade.
Häufige Fragen
Ist die Estragon Pflanze mehrjährig?
Ja, Estragon ist eine mehrjährige, winterharte Staude. Sie zieht im Herbst ein und treibt im Frühjahr wieder aus.
Wie sieht die Estragon Blüte aus?
Klein, kugelig und gelblich-grün bis cremeweiß, in lockeren Rispen an den Triebspitzen. Estragon blüht von August bis Oktober, der französische nur selten.
Sind Estragon Blüten essbar?
Ja. Sie schmecken milder als die Blätter mit leichtem Anishauch und eignen sich für Salat, Kräuteressig und als Dekoration.
Kann man Estragon noch essen, wenn er blüht?
Ja, die Blätter bleiben essbar, werden aber etwas fester und verlieren an Duft. Für den Vorrat ernten Sie besser kurz vor der Blüte.
Wann ist die beste Erntezeit für Estragon?
Geerntet wird von Mai bis September. Am meisten Aroma tragen die Blätter kurz vor der Blüte, am besten an einem trockenen Vormittag.
Kann man französischen Estragon aus Samen ziehen?
Kaum, denn er bildet fast keine keimfähigen Samen. Er wird über Teilung, Stecklinge oder gekaufte Jungpflanzen vermehrt. Samen im Handel sind meist russischer Estragon.
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