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Baldrian vs. Johanniskraut – Wurzel gegen Blütenkraut in der Teetasse

Baldrian vs. Johanniskraut heißt Wurzel gegen Blütenkraut: Vom Baldrian kommt die erdig riechende Wurzel in die Tasse, vom Johanniskraut das heuduftende Kraut mit gelben Blütenteilen. Johanniskraut schmeckt mild krautig und fein herb, Baldrianwurzel kräftig erdig, holzig und leicht bitter. Beide gießen Sie heiß auf, Baldrian braucht mehr Menge und länger.

Öffnen Sie einen Beutel Baldrianwurzel, und die ganze Küche weiß Bescheid: ein schwerer, erdiger Duft, den manche lieben und andere mit altem Käse vergleichen. Daneben ein Beutel Johanniskraut, und es riecht nach Heuboden im Juli. Zwei Kräuter, die oft im selben Satz fallen, und doch könnten sie kaum verschiedener sein. Hier vergleichen wir beide, von der Pflanze über den Duft bis zur fertigen Tasse.

Baldrian oder Johanniskraut: Wurzel gegen Kraut

Baldrian oder Johanniskraut, der wichtigste Unterschied liegt im Pflanzenteil. Wer Johanniskraut oder Baldrian aufgießt, hat einmal das oberirdische Kraut mit Blättern und Blüten in der Tasse und einmal den getrockneten Wurzelstock.

Echter Baldrian heißt botanisch Valeriana officinalis. Er gehört heute zur Familie der Geißblattgewächse, früher bildete er mit seinen Verwandten eine eigene Familie, die Baldriangewächse. Echtes Johanniskraut heißt Hypericum perforatum und gehört zu den Hartheugewächsen.

Verwandt sind die beiden also nicht. Gemeinsam haben sie nur, dass beide in Europa heimisch sind, seit Langem als Teekräuter getrocknet werden und oft in denselben Kräutermischungen auftauchen.

Baldrian vs. Johanniskraut an der Pflanze

Baldrian ist eine stattliche Staude. Im Sommer schiebt er bis zu anderthalb Meter hohe Stängel mit gefiederten Blättern und zartrosa bis weißen, duftenden Blütendolden. Er liebt feuchte, halbschattige Plätze wie Bachufer, Gräben, Waldränder und nasse Wiesen.

Johanniskraut bleibt mit 30 bis 80cm deutlich kleiner. Es wächst an sonnigen, trockenen Stellen, an Wegrändern, auf mageren Wiesen und an Böschungen. Von Juni bis August trägt es goldgelbe Blüten mit fünf Blütenblättern. Halten Sie ein Blatt gegen das Licht, sehen Sie viele helle Punkte.

Die beiden sind also auch draußen Gegenspieler. Der Baldrian sucht die nassen Füße, das Johanniskraut die volle Sonne. Wie Johanniskraut wächst, beschreibt unsere Seite Johanniskraut pflanzen.

JohanniskrautBaldrian
Botanischer NameHypericum perforatumValeriana officinalis
FamilieHartheugewächseGeißblattgewächse
Im TeeKraut mit Blättern und Blütengetrockneter Wurzelstock
Standortsonnig, trocken, magerfeucht, halbschattig
Blütegoldgelb, Juni bis Augustzartrosa bis weiß, in Dolden, Sommer
Ernteblühende Triebspitzen im SommerWurzel im Herbst, ab dem zweiten Jahr
DuftHeu, Sommerwieseschwer, erdig, käsig
Geschmackmild krautig, fein herbkräftig erdig, holzig, leicht bitter
Tasse (250ml)1 bis 2 TL, 5 bis 10 Minuten1 bis 2 EL, 10 bis 15 Minuten

BIO-Johanniskraut und BIO Baldrianwurzel, beide geschnitten für Tee und eigene Mischungen:

Alle Sorten und Größen: Johanniskraut

Ernte: im Sommer das Kraut, im Herbst die Wurzel

Johanniskraut wird in der Blüte geerntet, meist Ende Juni bis Juli. Man schneidet die blühenden Triebspitzen, trocknet sie schattig und schneidet sie danach klein. So landen Blätter, Stängelstücke und gelbe Blütenteile im Beutel.

Baldrian wird erst im Herbst geerntet, meist ab dem zweiten Standjahr. Dann gräbt man den kurzen Wurzelstock mit seinen vielen dünnen, hellbraunen Wurzeln aus, wäscht ihn, trocknet und schneidet ihn.

Spannend ist der Duft. Frisch aus der Erde riecht die Baldrianwurzel kaum. Ihr typischer, strenger Geruch entsteht erst beim Trocknen. Beim Johanniskraut ist es umgekehrt, der Heuduft ist im frischen Kraut schon angelegt.

Wie riechen Baldrian und Johanniskraut?

Baldrianwurzel riecht schwer, erdig und moschusartig, für viele Nasen auch nach altem Käse. Der Duft ist so eigen, dass man ihn nach dem ersten Mal wiedererkennt. Katzen lieben ihn, darum nennt man Baldrian im Volksmund auch Katzenkraut.

Johanniskraut riecht dagegen freundlich und leise: nach Heu, nach trockener Sommerwiese, ein wenig süßlich. Niemand würde die beiden Beutel mit geschlossenen Augen verwechseln.

Für Ihre Vorratsdose heißt das: Baldrian gut verschlossen und getrennt aufbewahren. Sonst nimmt der Johanniskraut-Beutel daneben mit der Zeit etwas vom Baldrianduft an.

Wie schmecken Johanniskraut und Baldrian im Tee?

Johanniskraut schmeckt mild krautig und fein herb. Der Aufguss ist klar, goldgelb bis bernsteinfarben, und bleibt auch nach längerem Ziehen feinherb statt bitter.

Baldrianwurzel schmeckt kräftig erdig, holzig und leicht bitter, mit einer dezent süßlichen Note im Hintergrund. Im Tee erinnert sie an Waldboden und Wurzelgemüse. Schmeckt Baldrian so streng, wie er riecht? Nein. Der Geruch ist deutlich kräftiger als der Geschmack, in der Tasse tritt das Käsige zurück.

Wer milde Kräutertees mag, findet Johanniskraut sofort zugänglich. Baldrian zeigt seine Stärke pur bei Liebhabern herber, erdiger Aromen und sonst in Mischungen. Beide Tees sind ausführlich beschrieben unter Johanniskraut Verwendung und Baldrianwurzel Tee.

Tee zubereiten: Mengen und Ziehzeiten

Beide Kräuter gießen Sie heiß auf. Weil die Wurzel fester ist als das Kraut, braucht Baldrian mehr Menge und mehr Zeit:

  • Johanniskraut: 1 bis 2 TL geschnittenes Kraut auf 250ml heißes Wasser, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen.
  • Baldrianwurzel: 1 bis 2 EL geschnittene Wurzel auf 250ml Wasser, kurz nach dem Aufkochen aufgießen, abgedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen lassen.

Beim Baldrian lohnt sich der Deckel auf der Tasse besonders, damit das Aroma im Tee bleibt und nicht in der Küche. Mögen Sie beide Tees kalt, brühen Sie sie wie gewohnt heiß auf und stellen sie dann in den Kühlschrank.

Unser BIO-Johanniskraut kaufen Sie geschnitten und lose, unsere BIO Baldrianwurzel ebenfalls geschnitten. Beides lässt sich so direkt mit dem Löffel dosieren.

Johanniskraut und Baldrian mischen

Johanniskraut und Baldrian lassen sich zusammen aufgießen, nur auf die Anteile kommt es an. Baldrian dominiert jede Mischung. Darum gilt: mehr Kraut als Wurzel, ein Teelöffel Wurzel je Tasse genügt.

Ein guter Anfang für eine Tasse ist 1 TL Johanniskraut, 1 TL Melisse und 1 TL Baldrianwurzel, 10 Minuten heiß aufgegossen. Die Melisse bringt Frische, das Johanniskraut Körper und Heuduft, der Baldrian eine erdige Tiefe im Hintergrund.

Wer den Baldrian noch weiter zähmen möchte, gibt etwas Pfefferminze, Lavendel oder ein Stück Orangenschale dazu. Auch Passionsblumenkraut passt in diese Runde. Wie Johanniskraut und Passionsblume zusammenspielen, steht auf unserer Seite Johanniskraut und Passionsblume.

Johanniskraut und Johannisbeere: nur der Name ist gleich

Bei Johanniskraut denken viele zuerst an Johannisbeeren. Verwandt sind die beiden nicht. Sie teilen sich nur den Namenspatron: Die Johannisbeere reift ungefähr zum Johannistag am 24. Juni, und das Johanniskraut steht dann in voller Blüte.

Die Beere gehört in Marmelade, Kuchen und rote Grütze. Wer dafür Ideen sucht, wird in unserem Beitrag Johannisbeeren süß und herzhaft fündig. Das Kraut dagegen gehört in die Teetasse.

Beim Sammeln draußen ist eine andere Verwechslung wichtiger. Das gelb blühende Jakobskreuzkraut sieht dem Johanniskraut von Weitem ähnlich, hat aber viele kleine Blütenköpfchen und tief gefiederte Blätter ohne helle Punkte. Mehr dazu unter Johanniskraut Verwendung.

Gute Ware erkennen und lagern

Gutes Johanniskraut ist grün bis olivgrün, dazwischen sitzen gelbe und bräunliche Blütenstücke, und es riecht mild nach Heu. Gute Baldrianwurzel ist hell- bis graubraun, sauber geschnitten und riecht unverkennbar kräftig. Ein schwacher Baldrianduft spricht eher für alte Ware.

Lagern Sie beide trocken, kühl, dunkel und luftdicht, Baldrian am besten in einem eigenen, gut schließenden Behälter. Wir liefern beide im wiederverschließbaren, licht- und luftundurchlässigen Aromaschutzbeutel, aus kontrolliert biologischem Anbau, Kontrollstelle DE-ÖKO-009.

Wer beide Tees kennenlernen möchte, startet mit je einem 250g-Beutel. Johanniskraut kaufen Sie bei uns ab 11,99 EUR (inkl. MwSt.), damit kommen Sie viele Kannen weit.

Häufige Fragen

Ist Baldrian ein Kraut oder eine Wurzel?

Für den Tee wird beim Baldrian die getrocknete Wurzel verwendet. Beim Johanniskraut ist es das Kraut mit Blättern und Blüten.

Warum riecht Baldrian so streng?

Der typische, käsig-erdige Geruch entsteht erst beim Trocknen der Wurzel. Frisch aus der Erde riecht sie kaum.

Welcher Tee schmeckt milder, Baldrian oder Johanniskraut?

Johanniskraut. Es schmeckt mild krautig und fein herb. Baldrian ist kräftig erdig, holzig und leicht bitter.

Wie viel Baldrian und wie viel Johanniskraut nimmt man für eine Tasse?

Johanniskraut 1 bis 2 TL, Baldrianwurzel 1 bis 2 EL, jeweils auf 250ml heißes Wasser. Baldrian zieht länger, 10 bis 15 Minuten.

Kann man Johanniskraut und Baldrian zusammen aufgießen?

Ja, mit mehr Kraut als Wurzel, etwa 1 TL Johanniskraut, 1 TL Melisse und 1 TL Baldrianwurzel auf eine Tasse, heiß aufgegossen.

Hat Johanniskraut etwas mit Johannisbeeren zu tun?

Nein. Beide sind nach dem Johannistag am 24. Juni benannt, botanisch aber nicht verwandt.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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