Johanniskraut pflanzen und erkennen: die Pflanze, die zu Johanni blüht
Johanniskraut pflanzen Sie am besten im Frühjahr an einen sonnigen Platz mit durchlässigem, eher magerem Boden. Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine mehrjährige Staude, die 30 bis 80cm hoch wird und von Juni bis August goldgelb blüht. Die Samen sind Lichtkeimer und werden nur angedrückt, geerntet werden die blühenden Triebspitzen für Johanniskraut als Teekraut.
Ende Juni, ein trockener Wegrand in der Sonne, dazwischen leuchten goldgelbe Sterne. Halten Sie ein Blatt gegen das Licht, sieht es aus, als hätte jemand mit einer Nadel hineingestochen. Zerreiben Sie eine Knospe, werden Ihre Finger rot. Spätestens jetzt wissen Sie: Das ist echtes Johanniskraut.
- Johanniskraut Pflanze: was für eine Pflanze ist das?
- Echtes Johanniskraut erkennen: Blatt, Stängel und Blüte
- Johanniskraut Blüte: wann blüht Johanniskraut?
- Wo wächst Johanniskraut?
- Johanniskraut Herkunft und Name
- Johanniskraut pflanzen: Standort, Boden, Pflanzabstand
- Johanniskraut Samen: aussäen und ernten
- Johanniskraut als Topfpflanze
- Johanniskraut Strauch: die Ziersträucher im Garten
- Johanniskraut ernten: wann und wie
- Vom Feld zum getrockneten Johanniskraut
- Häufige Fragen
Johanniskraut Pflanze: was für eine Pflanze ist das?
Die Johanniskraut Pflanze, botanisch Hypericum perforatum, gehört zur Familie der Johanniskrautgewächse. Sie ist eine mehrjährige Staude, kein Strauch. Im Herbst zieht sie sich zurück, im Frühjahr treibt sie aus dem Wurzelstock neu aus.
Echtes Johanniskraut wird meist 30 bis 80cm hoch und wächst aufrecht, oben stark verzweigt. Die Blätter sitzen paarweise gegenüber, direkt am Stängel, sind länglich-oval und nur 1 bis 3cm lang. Unter der Erde bildet die Pflanze einen verzweigten Wurzelstock mit kurzen Ausläufern.
Die Gattung Hypericum umfasst mehrere hundert Arten, von kleinen Polstern bis zu mannshohen Sträuchern. Wenn von Johanniskraut als Teekraut die Rede ist, ist immer das Echte Johanniskraut gemeint.

Echtes Johanniskraut erkennen: Blatt, Stängel und Blüte
Echtes Johanniskraut hat drei Merkmale, die Sie ohne Lupe prüfen können:
- Blatt gegen das Licht: Die Blätter sind mit hellen, durchscheinenden Punkten übersät, als wären sie durchlöchert. Daher kommt der Name perforatum.
- Stängel mit zwei Kanten: Der runde Stängel trägt zwei feine, gegenüberliegende Längsleisten. Innen ist er mit Mark gefüllt, nicht hohl.
- Rote Finger: Zerreiben Sie eine Knospe oder Blüte, färben sich die Finger rot.
Eine Johanniskraut ähnliche Pflanze ist das Gefleckte Johanniskraut. Es hat einen vierkantigen Stängel und kaum durchscheinende Punkte. Verwechselt wird es manchmal mit dem Jakobskreuzkraut. Dessen Blätter sind tief gefiedert und blickdicht, seine gelben Blüten sind Körbchen wie bei einer Margerite.
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Johanniskraut Blüte: wann blüht Johanniskraut?
Johanniskraut blüht von Juni bis August, die Hauptblüte liegt um den 24. Juni, den Johannistag. Die Blütezeit hängt von Lage und Wetter ab, in warmen Gegenden beginnt sie oft schon Anfang Juni.
Die Blüten von Johanniskraut sind goldgelb und haben fünf Blütenblätter, etwa 2 bis 3cm im Durchmesser. Am Rand sitzen feine schwarze Pünktchen. In der Mitte stehen viele lange Staubblätter, in drei Bündeln angeordnet, was der Blüte ein fedriges Aussehen gibt.
Die Blüten stehen zu vielen in lockeren Schirmrispen an den Triebspitzen. Sie öffnen sich nach und nach, darum blüht eine Pflanze wochenlang. Nach der Blüte bilden sich kleine, dreifächrige Kapseln.
Wo wächst Johanniskraut?
Johanniskraut wächst dort, wo es sonnig, warm und eher trocken ist. Typische Orte sind Wegränder, Böschungen, Waldränder, Lichtungen, Magerwiesen, Bahndämme und Brachflächen. In dichtem Schatten und auf nassem Boden fehlt es fast ganz.
Verbreitet ist das Echte Johanniskraut in ganz Europa, in Westasien und Nordafrika. In Deutschland finden Sie es vom Flachland bis ins Gebirge. Mit dem Menschen ist es auch nach Nordamerika und Australien gekommen und dort heimisch geworden.
Johanniskraut Herkunft und Name
Seinen deutschen Namen hat Johanniskraut vom Johannistag am 24. Juni, an dem es in voller Blüte steht. Der Überlieferung nach hängte man die Blütenzweige zu Mittsommer über Türen und Fenster.
Der botanische Name Hypericum wird meist aus dem Griechischen hergeleitet, als etwas, das man über Bilder hängt. Der Beiname perforatum, durchlöchert, beschreibt die durchscheinenden Punkte im Blatt. Alte Volksnamen wie Hartheu spielen auf die zähen, festen Stängel an.
Johanniskraut pflanzen: Standort, Boden, Pflanzabstand
Johanniskraut pflanzen Sie im Frühjahr, von April bis Mai, oder im frühen Herbst. Wählen Sie einen vollsonnigen Platz. Der Boden darf mager sein, er sollte aber durchlässig sein, denn Staunässe verträgt die Pflanze nicht. Sandig-lehmige, kalkhaltige bis neutrale Erde ist ideal.
Halten Sie einen Pflanzabstand von etwa 30 bis 40cm ein. Düngen ist kaum nötig, zu viel Nährstoff macht die Pflanze weich und blühfaul. Gegossen wird nur beim Anwachsen und in langen Trockenzeiten.
Wer echtes Johanniskraut selber anbauen möchte, braucht wenig Pflege. Die Pflanze ist winterhart und vermehrt sich über Samen und Ausläufer von selbst. Schneiden Sie nach der Blüte zurück, wenn sie sich nicht zu stark aussäen soll.
Johanniskraut Samen: aussäen und ernten
Johanniskraut Samen sind winzig, etwa 1mm groß und dunkelbraun. Sie reifen im Spätsommer in den Kapseln und lassen sich ernten, sobald die Kapseln braun und trocken sind. Schütteln Sie die Fruchtstände über einer Schale aus.
Beim Aussäen ist wichtig: Johanniskraut ist ein Lichtkeimer. Streuen Sie die Samen im März oder April auf Anzuchterde, drücken Sie sie nur an und decken Sie sie nicht mit Erde ab. Halten Sie die Schale gleichmäßig feucht und hell bei etwa 15 bis 20 Grad.
Die Keimung dauert meist zwei bis vier Wochen und verläuft ungleichmäßig. Ab Mai setzen Sie die Jungpflanzen ins Beet. Direkt ins Freie säen geht ab April ebenfalls. Die Samen dienen nur der Aussaat, für Tee nimmt man Kraut und Blüten.
| Monat | Was passiert bei Johanniskraut |
|---|---|
| März bis April | Aussaat unter Glas, Austrieb der Stauden im Beet |
| April bis Mai | Pflanzen und Direktsaat ins Freie |
| Juni | Beginn der Blüte, Hauptblüte um den 24. Juni |
| Ende Juni bis Juli | Ernte der blühenden Triebspitzen |
| August | Nachblüte, erste Kapseln |
| August bis September | Samen reifen und können geerntet werden |
| Herbst | Pflanze zieht ein, Pflanzzeit für Stauden |
Johanniskraut als Topfpflanze
Johanniskraut wächst auch im Topf, auf Balkon oder Terrasse. Nehmen Sie ein Gefäß mit mindestens 20cm Tiefe und Abzugsloch, dazu Kräutererde mit etwas Sand. Der Topf gehört an den sonnigsten Platz.
Gießen Sie mäßig und lassen Sie die Erde zwischendurch antrocknen. Im Winter bleibt die Pflanze draußen, an einer geschützten Hauswand. Nach zwei bis drei Jahren freut sie sich über frische Erde oder einen größeren Topf.
Johanniskraut Strauch: die Ziersträucher im Garten
Der Johanniskraut Strauch aus der Gärtnerei ist mit dem Teekraut verwandt, aber eine andere Pflanze. Als Zierpflanze werden vor allem diese Arten gesetzt:
- Großkelchiges oder Großblumiges Johanniskraut (Hypericum calycinum): ein niedriger, immergrüner Halbstrauch mit großen gelben Blüten, beliebt als Bodendecker.
- Hypericum 'Hidcote': ein Zierstrauch bis etwa 1,5m Höhe mit schalenförmigen, goldgelben Blüten bis in den Herbst.
- Mannsblut (Hypericum androsaemum) und Hypericum x inodorum: Sträucher mit roten bis schwarzen Beeren, die gern in Sträuße kommen.
Diese Ziersträucher sind für den Garten gedacht, nicht für die Teekanne. Als Teekraut dient allein das Echte Johanniskraut, das Sie an den gepunkteten Blättern sicher erkennen.
Johanniskraut ernten: wann und wie
Johanniskraut ernten Sie zur Blüte, von Ende Juni bis Juli. Geschnitten wird das obere Drittel der Triebe mit Blüten, Knospen und Blättern, am besten an einem trockenen, sonnigen Tag gegen Mittag. Dann ist die Pflanze trocken und duftet am stärksten.
Lassen Sie im Garten genug stehen, damit die Pflanze kräftig bleibt. Nach einem Schnitt treibt sie oft noch einmal aus und blüht ein zweites Mal, wenn auch schwächer. Zum Trocknen binden Sie kleine Sträuße und hängen sie kopfüber an einen schattigen, luftigen Ort.
Vom Feld zum getrockneten Johanniskraut
Für den Handel wird Johanniskraut auf Feldern angebaut. Geerntet wird zur Hauptblüte, danach wird das Kraut bei mäßiger Wärme getrocknet, damit Farbe und Duft erhalten bleiben. Zum Schluss wird es geschnitten und gesiebt.
Unser BIO-Johanniskraut stammt aus kontrolliert biologischem Anbau in Polen und wird in Deutschland abgefüllt, Kontrollstelle DE-ÖKO-009. Gute Ware ist grün, olivgrün und bräunlich, dazwischen sitzen gelbe Blütenstücke. Sie riecht mild nach Heu und rieselt trocken.
In der Tasse ist Johanniskraut ein mild krautiges, fein herbes Teekraut mit dem Duft einer Sommerwiese. Sie können Johanniskraut kaufen mit 250g, 500g oder als 1kg-Packung, im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel.
Häufige Fragen
Wann pflanzt man Johanniskraut?
Am besten im Frühjahr von April bis Mai oder im frühen Herbst, an einem vollsonnigen Platz mit durchlässigem, eher magerem Boden. Der Pflanzabstand liegt bei 30 bis 40cm.
Wann blüht Johanniskraut?
Von Juni bis August, die Hauptblüte liegt um den Johannistag am 24. Juni.
Wo wächst Johanniskraut?
An sonnigen, eher trockenen Stellen: Wegränder, Böschungen, Waldränder, Lichtungen und Magerwiesen. Es ist in ganz Europa verbreitet.
Wie sät man Johanniskraut aus?
Im März oder April auf Anzuchterde streuen und nur andrücken, denn Johanniskraut ist ein Lichtkeimer. Bei 15 bis 20 Grad keimt es in zwei bis vier Wochen.
Ist Johanniskraut ein Strauch?
Echtes Johanniskraut ist eine Staude. Als Strauch werden verwandte Zierarten wie Hypericum 'Hidcote' oder das Großkelchige Johanniskraut gepflanzt, die nicht als Teekraut dienen.
Wie erkennt man echtes Johanniskraut?
An durchscheinend gepunkteten Blättern, einem Stängel mit zwei Längsleisten und goldgelben Blüten mit schwarzen Pünktchen am Rand. Zerriebene Knospen färben die Finger rot.
Woher hat Johanniskraut seinen Namen?
Vom Johannistag am 24. Juni, an dem es in voller Blüte steht. Der botanische Beiname perforatum bedeutet durchlöchert und beschreibt die Punkte im Blatt.
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